Ausleitende Verfahren beinhalten viele Möglichkeiten dem Körper manuell einen Stoff oder Körpersaft zu entziehen, wie das Schröpfen, der Aderlass oder das Baunscheidt-Verfahren. Weniger schmerzhafte Varianten den Organismus zu entgiften sind Wickeln, Schwitzen und das Klistier. Das Ziel aller Verfahren ist es, dem menschlichen Organismus durch starke Belastung oder Reizung schädigende Stoffe zu entziehen, um die Selbstregeneration anzutreiben.
Geschichtliches
Ausleitende Verfahren haben eine sehr lange Tradition. Bei den alten Ägyptern war das Schröpfen eine weitverbreitete medizinische Methode, die so populär war, dass das Schröpfglas damals sogar das Gildenzeichen der Ärzte wurde. Techniken, die in den Organismus eingreifen, werden alle über die Haut eingeleitet, sei es das Schröpfen, die Blutegeltherapie oder das Baunscheidt-Verfahren.
Blut als ausleitendes Medium
Eine andere Variation des Schröpfens ist das Blutschröpfen, es soll einen noch stärkeren anregenden Effekt auf die Durchblutung haben. Diese Technik wird meist mit dem Baunscheidt-Verfahren verbunden, bei dem die Haut durch eine Nadelwalze perforiert und durch Salben gereizt wird. Auf eine lange Geschichte blickt auch der Aderlass zurück, bei dem durch die Entnahme einer kleinen Menge Blut der Organismus dazu angeregt wird, neues, gesundes Blut zu produzieren.
Sanfte ausleitende Verfahren
Eine andere, sanfte Methode der Entschlackung, die jeder zu Hause selbst durchführen kann, ist das Wickeln. Das Prinzip beruht auf dem Aktivieren und Drosseln des Kreislaufsystems durch starke und schnelle Temperaturwechsel. Dadurch soll der Stoffwechsel gefördert werden, um Gifte auf natürlichem Wege, über die Haut und die Ausscheidungsorgane hinauszutransportieren. Die andere Variante ist das Schwitzen, das den gleichen Effekt hat wie Wickeln, jedoch den Kreislauf stärker belastet und somit nicht für jeden zu empfehlen ist.
Risiken
Insgesamt sind die ausleitenden Verfahren nicht für Menschen geeignet, die sehr schmerzempfindlich sind oder einen schwachen Kreislauf haben. Es handelt sich um äußerst radikale Methoden, die auch eine hohe Infektionsgefahr bergen, da die Haut verletzt wird und offenliegt für neue Erreger.