Australische Küche: Crossover statt traditioneller englischer Küche

Wer sich australische Küche nach Deutschland holen will, kommt an Meat Pies und Barbecue nicht vorbei.


Weltberühmt ist die australische Küche nicht gerade. Anglophile haben vielleicht schon einmal von Vegemite, einem Brotaufstrich aus Hefeextrakt, gehört. Ansonsten haben die Australier jedoch selten mit kulinarischen Extravaganzen auf sich aufmerksam gemacht. Schließlich war die Landesküche lange Zeit stark beeinflusst von den englischen Siedlern. Typisch britische Mahlzeiten wie Shepherds Pie, Lamm mit Minzsauce oder die Scones zum Tee waren auch in Australien weit verbreitet. Inzwischen ist die australische Küche jedoch deutlich vielseitiger als ihr Ruf. 

Crossover-Küche Meat Pies und Barbecue

  • Doch die Einwanderer aus aller Welt hatten starken Einfluss auf die Küche Australiens – besonders stark sind die asiatischen und kontinentalen Einflüsse – von Griechisch über Italienisch bis zu Libanesisch – vertreten. Insbesondere in den letzten Jahrzehnten gelang den Australiern verstärkt eine kulinarische Abnabelung vom britischen Empire: Ab den 1950er Jahren strebten die Australier nach einer eigenen Küche.
  • Wer eine typische australische Zwischenmahlzeit zaubern will, kommt an Blätterteig nicht vorbei. Meat Pies sind Blätterteigpasteten mit Hackfleisch, Sausage Rolls Würstchen im Blätterteig. Letztere sind jedoch auch in Deutschland bekannt – als Würstchen im Schlafrock.
  • Pasteten haben für die Australier übrigens einen so hohen Stellenwert, dass es jährlich den Wettbewerb um die beste Pastete des Landes gibt, nämlich den „Great Australian Meat Pie“. Während es die Pies jedoch auch in Großbritannien gibt, ist das Barbecue wirklich typisch australisch: Selbst zu Weihnachten liebt man es, Down Under zu grillen.

Große Abwechslung beim Fleisch und Obst, aber wohlbekannte Gemüsesorten

  • Beim Fleisch kommt vor allem Rind, Lamm und Geflügel auf den Teller. Weniger oft gibt es Schwein – dafür gibt es schonmal Steak von Känguru, Emu, Krokodil und Wasserbüffel. Auch Fisch wird häufig gegrillt. Typisch australisch ist beispielsweise der Seebarsch, der Red Snapper oder der Northern Barramundi. Hummer, Garnelen, Tintenfisch und Krebse finden sich ebenfalls häufig auf dem Teller.
  • Typisch für die australische Küche sind Gemüse wie Buschtomaten und Seetang, ansonsten mutet die Gemüsewahl in australischen Gerichten jedoch stark europisch an: Erbsen und Kartoffeln stehen besonders häufig auf dem Speiseplan. Für Früchtefans ist die australische Küche jedoch paradiesisch. Versuchen Sie doch mal einen Bondi Beach Salad mit Hähnchenbrustfilet, Ananas und Papaya und Cocktailsauce.

Von Aborigines inspirierte Nachspeisen und traditionelles Dessert mit Früchten

  • Seit ein paar Jahren ist verstärkt auch der Einfluss der Küche der Aborigines zu spüren: Qandong-Chutney, Eis aus Akaziensamen (Wattleseed) oder Gubinge als Gewürz erleben gerade ihren Durchbruch in der australischen Küche. Die australische Buchpflaume, die seit Jahrtausenden bei den Eingeborenen Australiens auf dem Speiseplan steht, enthält das 50-fache an Vitamin C im Vergleich zu Orangen. Leider herrschen hier auch heute noch viele Vorurteile. So werden diese traditionellen Speisen von vielen Australiern als „Bush Tucker“, also Buschessen abgetan.
  • Pawlowa ist wohl das bekannteste Dessert Australiens – obwohl es eigentlich aus Neuseeland kommt. Hierbei handelt es sich um eine Art Gebäck-Torte aus gebackener Meringuemasse. Diese wird mit Passionsfruchtmark, Schlagsahne und mit verschiedenen Früchten verziert.