Ausziehen mit 16 - rechtliche Fragen

Ausziehen mit 16 ist generell möglich, aber mit es sollten vorher elementare Dinge über rechtliche und persönliche Möglichkeiten geklärt werden.


Viele Teenager haben im Alter zwischen 14 und 17 großen emotionalen Stress Zuhause. Im Gespräch mit Altersgenossen entsteht schnell die Idee - Ausziehen mit 16. Bevor diese aber in die Realität umgesetzt wird, sollten einige wichtige Aspekte bedacht werden. Eine überstürzte Flucht aus dem Elternhaus kann fatale Folgen haben.

Persönlicher Hintergrund
Der Entschluss mit 16 auszuziehen kann viele Gründe haben. Stress mit den Eltern, Stress mit den Geschwistern, die große Liebe (man will unbedingt mit dem Partner zusammen leben) oder die Möglichkeit einen Ausbildungsplatz zu bekommen, der aber in einer anderen Stadt wäre. Geht es um schwierige familiäre Verhältnisse, sollte auf jeden Fall vor einem überstürzten Auszug das Gespräch gesucht werden. Dies ist oft ohne neutrale Person nicht mehr möglich, daher empfiehlt es sich eine Familienberatungsstelle in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt aufzusuchen. Wenn aufgrund des Ausbildungsplatzes eine eigene Wohnung oder ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft bezogen werden soll, ist zu prüfen, ob der neue Wohnsitz als Zweitwohnsitz angemeldet wird. Auf diese Weisheit man weiter bei den Eltern hausratversichert und Mietkosten für die Ausbildung können in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Rechtlicher Hintergrund
Ausziehen mit 16 schränkt durch gesetzliche Regelungen ein. So kann ein Mietvertrag nur mit den Erziehungsberechtigten unterschrieben werden. Alternativ könnte ein Bürge mit unterschreiben zum Beispiel die Großeltern oder Paten. Das Jugendschutzgesetz sieht vor, dass das Sorgerecht bis zum Ende des 18. Lebensjahres den Eltern oder einer Erziehungsberechtigten Person über 18 obliegt. Außerdem ist man mit 16 noch nicht in vollem Umfang strafmündig und die Eltern haften im Ernstfall mit. Mit dem Auszug gestaltet sich die Kontrollmöglichkeit sehr schwierig, was sicherlich einige Eltern dazu veranlasst, ihre Einwilligung nicht zu geben. Sollten allerdings die Fronten so verhärtet sein, dass es kein Zusammenleben mit der Familie mehr geben kann, so unterstützt das Jugendamt in allen rechtlichen und finanziellen Fragen.

Ausziehen mit 16 - Finanzen
Ausziehen mit 16 ist grundsätzlich auch unter rechtlichen Aspekten möglich. Finanzielle Unterstützung gibt es in Form von Bafög, Wohngeld, Kindergeld und die Eltern sind bis zum Erreichen der Volljährigkeit unterhaltspflichtig. Das Jugendamt berät im Einzelfall.