Autofreier Sonntag: Erlebnistag für die ganze Familie

Ein autofreier Sonntag klingt nach einer guten Idee, die Umwelt zu schützen. In den Siebzigern begann dies als Reaktion auf die Ölkrise.


Der autofreie Sonntag wurde erstmals 1973 als eine sehr ungewöhnliche Sparmaßnahme eingeführt, um die wirtschaftlichen Folgen der Ölkrise abzudämpfen. Damals wurden erstmals mit dem Energiesicherungsgesetz vier autofreie Sonntag für ein Jahr festgelegt und Geschwindigkeitsbeschränkungen verhängt. Zunächst wurde es sehr positiv aufgenommen und bis auf Taxis, Ärzte und Frischware-Lieferanten, durften keine Autos fahren. Doch schon am zweiten autofreien Sonntag gab es erneut Staus, da die Ausnahmen wiederum zunahmen. Auch hatte es wirtschaftlich keinen Nutzen. Dennoch hatte sich die Tradition des autofreien Sonntages oder Tages allgemein, durchgesetzt und bis heute bewahrt.

Autofreier Sonntag: Straße frei für Fußgänger
Nun gibt es seit den achtziger Jahren immer mehr autofreie Sonntage in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gerade in den letzten Jahren hat sich laut dem Umwelt- und Prognoseinstitut, eine vielfältige Freizeitkultur rund um die autofreien Tage entwickelt. An diesen Tagen, die aus praktischen Gründen tatsächlich in der Regel auf einen Sonntag fallen, werden bestimmte, vor allen Dingen stark befahrene Bundes- und Landstraßen und oft auch die Innenstädte, für motorisierten Verkehr auf einer Länge von 15 bis 140 Kilometer gesperrt. Diese Strecken sind anschließend den ganzen Tag nur für Fußgänger, Radfahrer oder Menschen mit sonstigen umweltfreundlichen und motorfreien Transportmittel nutzbar.

Natur- und Landschaftserlebnis auf der Autobahn
Mittlerweile werden sogenannte autofreie Sonntage als eine Art Erlebnis- und Freizeitevent organisiert. So darf man meist in den Innenstädten die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen und viele Geschäfte haben zum Bummeln und Einkaufen geöffnet. Eine andere sehr beliebte Version sind für Autos gesperrte Autobahnsteilstrecken und Teile von Bundesstraßen. Besonders in landschaftlich reizvollen Gegenden gibt es jedes Mal eine große Anzahl Besucher, die sich zu Fuß oder mit anderen Fortbewegungsmitteln die Gegend einmal ohne Autolärm und -gestank ansehen und genießen möchten. Beliebte Strecken sind beispielsweise Straßen, die an Flüssen entlang oder durch Flusstäler führen, wo schließlich beide Flussseiten gesperrt werden. Eine sehr schöne Tradition, die sich eingebürgert hat, ist dass Die Anwohner dieser Gegend oft Erfrischungen und leckere Snacks entlang der Strecke verkaufen. Die Termine und Strecken für autofreie Tage kann man auf der Internetseite des Umwelt- und Prognoseinstitutes einsehen.

Nette Idee mit geringer Wirkung
Die Idee einige Tage im Jahr das Auto komplett stehen zu lassen, ist gut gemeint, jedoch hat es kaum eine nennenswerte Wirkung auf die Umwelt. Das Problem ist, dass es bei den meisten Menschen zu keinem Lerneffekt auf die Nutzung ihres Fahrzeuges im sonstigen Alltag hat. Zwar bietet für viele ein autofreier Sonntag die Möglichkeit, seine Freizeit anders zu gestalten, doch reicht das Denken und der Wille nicht weiter, um auch generell das Auto so oft es geht, einfach stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel oder andere Möglichkeiten, wie Fahrgemeinschaften, auszuweichen. Dies liegt aber wohl auch daran, dass das öffentliche Verkehrsnetz gerade in ländlichen Gebieten aus finanziellen Gründen sehr schlecht ausgebaut ist.