Ayurvedische Ernährung - im Einklang mit sich

Die ayurvedische Ernährung basiert darauf, dass alle Bausteine des Lebens mit eingebracht werden sollen. Dabei soll die Verdauung angeregt werden und die Lebensdauer somit verlängert werden


Ayurveda ist das indische "Wissen vom Leben", das weit über die ayurvedsiche Ernährung hinausgeht und sich auf alle Lebensbereiche erstreckt. Ayurveda betrachtet den Menschen ganzheitlich und versucht ihn dabei in Einklang mit sich und seiner Umwelt zu bringen. Körper, Geist und Seele werden als eine untrennbare Einheit betrachtet, was zur Folge hat, dass der Organismus nur dann als gesund betrachtet wird, wenn sich sowohl alle Körperfunktionen als auch die Seele in Gleichklang und Frieden befinden. Ein kranker Körper befindet sich demnach im Ungleichgewicht. Aus diesem Grund sind Ernährung und Gesundheit in der ayurvedischen Betrachtung eng verknüpft: Nahrung gilt hier als Medizin. Damit die Ernährung den Organismus in Gleichklang bringen kann, muss sie auf den Menschen und seine Seele abgestimmt sein. Dadurch ist sind die einzelnen Ernährungsratschläge sehr individuell auf die Bedürfnisse und den Zustand des Betreffenden abgestimmt.

Die drei Doshas - Grundprinzipien des Ayurveda
Um dies zu erreichen, wird dessen Konstitutionstyp, der sogenannte Dosha, bestimmt. Man unterscheidet drei verschiedene Doshas, also energetische Grundprinzipien, die den Menschen nicht nur mit sich selbst und seiner Ernährung betrachten, sondern ihn auch in Wechselwirkung mit seiner Umwelt sehen. Jeder Mensch vereint alle drei Doshas - Vata, Kapha und Pitta - in unterschiedlich starken Ausprägungen in sich, sodass immer individuelle Mischformen vorliegen. Der Vata- Typ ist vom Körperbau eher leicht und sehnig und handelt schnell und spontan. Der Kapha- Typ hingegen ist eher bedächtig und träge und von kräftigerem Körperbau. Eher muskulös ist der Pitta- Typ, der sich gerne Herausforderungen stellt. Meist ist ein Dosha aber vorherrschend, während sich die anderen beiden rezessiv die Waage halten.

Ayurvedische Ernährung: Prinzipien
Die ayurvedische Ernährungsform basiert auf dem Prinzip "Essen in Harmonie mit dem Kosmos". Dabei strebt man eine ausgewogene Ernährung an, die alle Bausteine des Lebens - schwer, leicht, trocken, ölig, heiß und kalt, süß und sauer, salzig und bitter, scharf und herb - enthält. Je besser die Anteile all dieser Elemente in der Nahrung enthalten sind, je besser sie also auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist, desto besser und heller brennt das sogenannte Verdauungsfeuer. Dieses hat Einfluss auf die Lebensdauer, auf die individuelle Ausstrahlung des Menschen, seine Gesundheit und Energie. Vegetarische Kost wird in der ayurvedischen Ernährung vorgezogen, der Speiseplan kann aber durchaus auch leicht verdaulichen Fisch oder Geflügel enthalten.

Ayurveda verbietet nichts
Direkte Verbote gibt es beim Ayurveda nicht, dafür aber einige Regeln, an die man sich halten sollte. Dazu gehören regelmäßiges Essen, vor allem warme Speisen, da sie das Verdauungsfeuer stimulieren, fettige Speisen, da sie die Sinne stärken und die Ausstrahlung fördern, das Essen in den richtigen Mengen und erst, wenn die letzte Nahrung verdaut ist und sich ein erneutes Hungergefühl einstellt, sowie das Essen am richtigen Ort, in angemessenem Tempo und mit voller Konzentration.

Typisch ayurvedische Ernährung verwendet sehr viele Gewürze, die das Verdauungsfeuer stimulieren sollen und reicht bei vielen Gerichten Hülsenfrüchte. Das Chutney, also in Gewürzen eingelegte Früchte, ist ein typisches Gericht dieser Küche. Auch das indische Brot Chapati und das Joghurt- Getränk Lassi sind sehr charakteristisch.