Babybrei kaufen oder selbst herstellen?

Industriell gefertigter Babybrei hat Vor- und Nachteile.


Viele Eltern sind unsicher: Soll ich die Fertigprodukte aus dem Supermarkt kaufen oder doch lieber selbst kochen? In Zeiten eines überaus vielfältigen Warenangebots fällt die Entscheidung sicher nicht leicht. Wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile jeder Variante auf, damit Sie für sich selbst entscheiden können.

Industriell hergestellter Babybrei

Die Vorteile
Der Hauptvorteil industriell hergestellter Babykost liegt in der großen Sicherheit. Denn die Hersteller müssen sich an strenge gesetzliche Vorgaben halten, sodass die Gläschen einen sehr niedrigen Schadstoffgehalt aufweisen. Zudem hat sich bei den meisten Herstellern mittlerweile eine Bio-Qualität der verwendeten Zutaten durchgesetzt – ein Garant für natürlich angebaute Gemüse, das ohne hochgiftige Insektizide oder Pestizide auskommt. Ein Fertigglas bietet also immer gleich bleibend hohe Qualität.

Jedes Glas ist in seiner Zusammensetzung genau an die Nährstoffbedürfnisse des Kindes angepasst. Eine ausgewogene Komposition hochwertiger Zutaten garantiert, dass das Kind entsprechend seinem Alter ausgewogen und vollwertig ernährt wird. Die Hersteller sind außerdem von jahreszeitlich bedingten Schwankungen unabhängig. Sollte der Nährstoffgehalt doch einmal unter den Richtlinien liegen, setzen die Hersteller Vitamine zu. Zudem ist der Fettgehalt in industriell hergestellter Nahrung sehr niedrig.

Das Zubereiten der Gläschen erfordert keine großartigen ernährungsphysiologischen Kenntnisse, auch der Kochkunst muss man nicht mächtig sein, sie werden einfach aufgewärmt und gefüttert. Das bedeutet für gestresste Mütter eine enorme Zeiteinsparung. Demzufolge sind Mütter, die auf die Fertigprodukte vertrauen, äußerst flexibel, denn die kleinen Gläschen können überall mit hin genommen werden. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch: Die fertigen Produkte sind meist teurer als eine selbst zubereitete Nahrung.

Die Nachteile
Trotz dieser gewaltigen Vorteile sind auch Fertigprodukte nicht uneingeschränkt zu empfehlen. So setzen viele Hersteller dem Babybrei unnötige Zusatzstoffe hinzu, beispielsweise Zucker, Kakao, Gewürze und Eier oder Konservierungsstoffe. Um diese unerwünschten Substanzen auf der Verpackung ausfindig zu machen, erfordert es einiges Vorwissen. Milchbreie enthalten häufig allergieauslösendes Kuhmilchprotein, diese verbirgt sich hinter den Bezeichnungen Molke, Molkenpulver, Milcheiweiß, Laktose, Molkeneiweiß oder Kasein. Obstbreie hingegen werden oft mit Zucker versetzt, ersichtlich an den Namen Glukose, Fruktose, Maltose oder Maltodextrin. Fertige Milchbreie, sogenannte Abend- oder Gute-Nacht-Breie sind oft stark gesüßt und enthalten Zusätze wie Kakao, Schokolade oder Nüsse – alles potenzielle Allergene, die in Beikost nicht nur überflüssig, sondern auch überaus schädlich sein können. Gerade Eltern allergiegefährdeter Kinder sollten auch auf Eier achten, diese finden sich häufig in Nudelgerichten. Achten Sie bei jedem Einkauf genau auf die Zutatenliste, um sicher zustellen, dass einerseits nur wenige Zutaten enthalten sind und andererseits keine (versteckten) Zusatzstoffe beigemengt wurden. Doch hierbei gilt, teuer ist nicht gleich bedeutend mit bester Qualität. Auch in den Gläschen namhafter Hersteller finden sich teilweise künstliche Aromen oder Emulgatoren.

 

Verunreinigungen in Babynahrung
Regelmäßig verunsichern Testergebnisse der Stiftung Warentest und Ökotest gesundheitsbewusste Verbraucher. Besonders hinsichtlich Babynahrung entstehen viele Ängste, denn mehr als einmal haben die Tester besorgniserregende Substanzen in den Gläschen gefunden. Besonders in den Deckeln konnten die Stiftungen schädliche Stoffe ausmachen. Zu diesen gehören unter anderem Semicarbazid, 2-Ethylhexansäure und Isopropylthioxanthon (ITX). Letzteres wird unter anderem beim Bedrucken von Getränkekartons genutzt, der Stoff soll dafür sorgen, dass die Farbe schneller trocknet. Obwohl die gesundheitsschädlichen Wirkungen dieser Substanz noch nicht wissenschaftlich fixiert werden konnten, ist ein chemischer Stoff in Babynahrung für den noch nicht vollständig entwickelten Organismus sicher nicht unbedenklich. Semicarbazid, eine Substanz, die im Laufe des Herstellungsprozesses der Gläschen zum Einsatz kommt – hieraus werden die Dichtungen der Metalldeckel hergestellt – hingegen ist eindeutig giftig für den Menschen. In Tierversuchen konnte ebenfalls nachgewiesen werden, dass diese Chemikalie krebserregend und erbgutschädigend ist. In diversen Untersuchungen schnitten besonders die BIO-Hersteller schlecht ab. Sollten auch Sie Angst vor schadstoffbelasteten Gläschen haben, bieten die Zeitschriften der Stiftung Warentest und Ökotest gute Anhaltspunkte.