Die Vorteile
Viele Mütter sind von den Vorteilen selbst zubereiteteter Babynahrung überzeugt. Wenn Eltern Babybrei selber machen, können sie so selbst bestimmen, welche Lebensmittel Verwendung finden. Durch eine geschickte Kombination der Lebensmittel kann eine höhere Geschmacksvielfalt erreicht werden. Außerdem ist diese Nahrung um ein Vielfaches bekömmlicher und gesünder, da sie keinerlei Zusatzstoffe oder überflüssige Gewürze enthält. Bei der Zubereitung großer Mengen lässt sich zudem viel Geld sparen. Da die leeren Gläschen nicht entsorgt werden müssen, wird auch die Umwelt geschont.
Die Nachteile
Aber trotz der zahlreichen Vorzüge birgt die eigenmächtige Zubereitung auch Risiken, die bedacht werden müssen. Vor allem bei der Verwendung von Obst und Gemüse sollte immer auf Bio-Qualität zurückgegriffen werden, denn konventionell angebaute Lebensmittel enthalten hohe Mengen gesundheitsschädlicher Nitrate, außerdem sind sie pestizid- und schadstoffbelastet. Sehr viele babytaugliche Gemüsesorten –beispielsweise Kohlrabi, Brokkoli und Blumenkohl – wachsen nur im sonnigen Ausland (im Treibhaus), dort ist der Einsatz von Spritz- und Düngemittel die Regel. Daher sollten gesundheitsbewusste Eltern nur Saisongemüse verwenden. Im Winter ist zusätzlich darauf zu achten, dass sich in den meisten Sorten (Karotten, Rote Beete, Spinat) – vor allem Blatt- und Wurzelgemüse – viel Nitrat ansammelt. Nitrat kann sich bei falscher Lagerung, Kochen oder Wiederaufwärmen in schädliches Nitrit umwandeln, dieses wiederum wird zu Nitrosamin – dieses zählt zu den stärksten krebserregenden Substanzen überhaupt. Gemüsesorten mit einem niedrigen Nitratgehalt sind beispielsweise Bohnen, Chicorée, Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Knoblauch, Paprika, Pastinaken, Radicchio, Rosenkohl, Rotkohl, Schwarzwurzeln, Spargel, Tomaten, Zuckerhut und Zwiebeln.
Babybrei selber machen? Unausgewogene Nährstoffe
Eines der größten Nachteile selbst zubereiteter Babynahrung ist die Unausgewogenheit der enthaltenen Nährstoffe. Durch falsche Lagerung gehen Vitamine verloren, teils kommt es auch zum Qualitätsverlust lange gelagerter Lebensmittel. In der Regel enthält selbst gekochte Beikost 20 Prozent weniger Eisen und sogar 50 Prozent weniger Jod als empfohlen. Der geringe Eisenwert stellt meist kein großes Problem dar, weil die Eisenaufnahme durch Vitamin C verbessert wird. Der geringe Jod-Anteil hingegen kann nicht so leicht ausgeglichen werden, da der Handel kein zuckerfreies mit Jod angereichertes Vollkorngetreide für die Selbstherstellung anbietet.
Bei der Zubereitung sollten sich Eltern stets nach dem Empfehlungen der FKE richten, um eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu gewährleisten. Mit viel Zeitaufwand kann auch selbst zubereitete Nahrung den Bedürfnissen des Kindes gerecht werden. Rezepte gibt es auf den Seiten der FKE und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Das Zubereiten der Mahlzeiten ist ein sehr zeitaufwendiger Prozess, der gerade zu Beginn oft für Ernüchterung sorgt. Denn anfänglich wird Ihr Kind nur einen Löffel essen, bis ein ganzes Beikostmenü verfüttert wird, vergehen unter Umständen mehrere Wochen.