Bänder stabilisieren im menschlichen Körper die Gelenke und sorgen zugleich für die Flexibilität derselben. Wenn ein Band infolge einer Überdehnung reißt, nehmen Betroffene das Reißen meist unmissverständlich wahr, weil es mit enormer Lautstärke geschieht. In kürzester Zeit nach dem Bänderriss kommt es zu starken Schmerzen, die mit einem charakteristischen Schwindel einhergehen können. Nach einigen Stunden ist das Gelenk, an dem ein Band gerissen oder angerissen ist, angeschwollen und die Haut verfärbt sich lokal blau. Die Verfärbung der Haut, welche von einem Bluterguss herrührt, muss aber nicht in jedem Fall eintreten. Möglich ist auch ein tieferliegender Bluterguss, der an der Hautoberfläche nicht sichtbar wird.
Bänderriss beim Sporttreiben
Insbesondere die Bänder, die das Kniegelenk stabilisieren, sind anfällig für Sportverletzungen. Nicht alle Sportarten bergen gleich hohe Gefahren, sich einen Kreuzbandriss zuziehen. Auffällig häufig werden die Bänder des Kniegelenks bei Mannschaftssportarten wie Fußball oder Basketball beschädigt. Aber auch Tennis oder Skifahren gehören zu den stärker gefährdenden Sportarten, die das Kreuzband im Knie in Mitleidenschaft ziehen können.
Bänder können angerissen oder gerissen sein
Wenn Sie einen Bänderriss erleiden und Ihr Gelenk die typischen Symptome wie Druckempfindlichkeit, äußere Verfärbung, Schwellung und Instabilität zeigt, sollten Sie diesen Umstand nicht ignorieren oder auf die leichte Schulter nehmen. Fast immer ist eine genaue Untersuchung vonnöten, die unter anderem abklären kann, welcher Grad von Bänderriss besteht. Mediziner unterscheiden bei Bänderrissen allgemein zwischen vier verschiedenen Ausprägungen. Der Riss kann erstens nur „einzelne Fasern“ betreffen oder zweitens „weniger als die Hälfte aller Fasern des Bandes“ beschädigt haben. Drittens können „mehr als die Hälfte aller Fasern des Bandes“ zerstört oder viertens „alle Fasern“ gerissen sein. Handelt es sich um einen Bänderriss mit dem ersten oder zweiten Schweregrad, ist die Stabilität des Gelenkes nicht völlig aufgehoben. Im Falle eines Risses mit dem dritten oder vierten Schweregrad hat das Gelenk hingegen jegliche Stabilität verloren.
Bänderrisse heilen schlecht ohne therapeutische Maßnahmen
Mit einem Bänderriss sollten Sie sich unbedingt in ärztliche Behandlung begeben. Selbst wenn Sie durch Kühlung des Gelenkes eine Abschwellung bewirken können, bedarf es einer medizinischen Versorgung.
Bei den diversen therapeutischen Maßnahmen, die bei der Ausheilung eines Bänderrisses möglich sind, lässt sich grob zwischen zwei Behandlungsstrategien unterscheiden. Die Gelenke, an denen die Bänder verletzt sind, können zum einen ruhiggestellt werden, beispielsweise durch einen Gips oder eine Schiene. Auch möglich ist die Stabilisierungshilfe durch Tapeverbände, wodurch es zu weniger Beweglichkeitseinbuße kommt als beim Gips. Zum anderen sind operative Behandlungen eines Bänderrisses denkbar, die jedoch immer seltener vorgenommen werden. Ob eine Operation angezeigt ist oder nicht, entscheiden Mediziner zumeist in Anbetracht der jeweiligen Krankheitsgeschichte des Patienten sowie von der Lage des verletzten Bandes. Kreuzbandrisse werden zum Beispiel häufiger operiert als mit einem Tapeband versehen.