Bei einem Bandscheibenvorfall werden die Bandscheiben oder der Bandscheibenkern zwischen den Wirbeln herausgedrückt. Dies kann durch eine Erschlaffung des Bindegewebes oder einer Fehlbelastung der Wirbelsäule entstehen. Besonders gefährdet sind Schwangere und übergewichtige Menschen, bei denen das Rückgrat stark beansprucht wird. Ein Bandscheibenvorfall kann ohne Symptome verlaufen, drücken die verschobenen Scheiben aber gegen Nervenstränge und -wurzeln kommt es zu starken Schmerzen und einer Schwächung der Muskeln. Dies kann bis zu Muskelkrämpfen (Spasmus) und Lähmungs- erscheinungen führen, die hauptsächlich die Beine, den Genitalbereich und den Enddarm sowie die Blase betreffen. Der Schmerz eines „einfachen“ Bandscheibenvorfalls beschränkt sich auf den betroffenen Rückenbereich, ist ein Nerv, wie beispielsweise der Ischias-Nerv, in Mitleidenschaft gezogen, strahlt der Schmerz auch in die Beine oder Arme aus.
Vorwölbung oder Vorfall?
Von Bandscheibenvorwölbung spricht man, wenn der äußere Faserring der Bandscheibe sich nach außen wölbt. Wenn sich diese Wölbung an der Seite der Wirbelsäule befindet, kann sie auf eine Nervenwurzel drücken, die Schmerzen in den Beinen auslöst. Ist die Wölbung in der Mitte, hat man Rückenschmerzen oder tritt der Schmerz plötzlich auf, handelt es sich um einen Hexenschuss.
Bei einem Bandscheibenvorfall wird der innere Kern nach außen gedrückt. Findet der Vorfall seitlich zwischen den Wirbeln statt, kann die betroffene Bandscheibe ebenfalls auf die Nervenwurzeln drücken und Schmerzen oder sogar Lähmungserscheinungen in den Beinen hervorrufen. Handelt es sich um einen in der Mitte liegenden Vorfall, kann der gallertartige Kern im Extremfall den Faserring durchbrechen und in den Rückenmarkskanal eindringen. Dies führt zur Lähmung der unteren Körperhälfte. In dieser Situation muss sofort operiert werden.