Bandwürmer in Lebensmitteln

Vorsicht sollte beim Kauf und bei der Zubereitung von Fleisch und Fisch geboten sein. Auch durch Waldpilze oder Beeren können Bandwürmer in Lebensmitteln auftauchen


Der Bandwurm gehört zu den parasitischen Plattwürmern und löst Darminfektionen aus. Mehrere Bandwurmarten, wie der Schweine-, Rinder- und Fischbandwurm benutzen den menschlichen Darm als Zwischen- oder Endwirt. Ein Bandwurm kann bis zu zwölf Meter lang werden und leichte Symptome wie Appetitlosigkeit, Durchfall oder Beschwerden im Oberbauch hervorrufen.

 

Bei einer Zysten-Bildung (Zystizerkose) treten neurologische und somit schwerere Krankheitszeichen auf. Entzündungen der Hirnhaut und Krampfanfälle können die Folge sein. Der Fischbandwurm kann außerdem zu einer Anämie (Blutarmut) führen.

Vorsicht beim Einkauf und Zubereiten
Eine vorbeugende Maßnahme gegen den Bandwurmbefall ist der sorgfältige Umgang mit rohem Fleisch und Fisch. In einem infizierten Stück Fleisch lassen sich sogar Zysten erkennen. Die Infektionserreger werden durch längeres Einfrieren oder dem gründlichen Garen der verschiedenen Fleisch- und Fischsorten abgetötet. Beim Braten und Kochen von Rinder- oder Schweinefleisch sollten mindestens 56 Grad Celsius erreicht werden. Für Sushi-Anhänger bedeutet das eine fortwährende Gefahr, denn roher Fisch kann immer von einem Bandwurm befallen sein. Auch getrocknete oder geräucherte Fisch- und Fleisch-Produkte sind nicht empfehlenswert. Bandwürmer in Lebensmitteln treten häufiger auf, als Sie denken!

 

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Achtung auch bei Gemüse und Früchten
Auch bei selbst gesammelten Pilzen, Waldbeeren oder Fallobst sollte man Vorsicht walten lassen. Die Eier des Hunde- und Fuchsbandwurms (Echinococcus) können mit dem Kot von Wildtieren bzw. Haustieren an die Früchte des Waldes gelangen und bei optimalem Klima lange Zeit überleben. Dieser Parasit kann zu Leberschäden und im äußersten Fall zum Tode führen. Deshalb sollte der gesammelte Waldfund vor dem Verzehr gründlich gewaschen, wenn nicht gar erhitzt werden.

 
Bandwurminfektion
Unbehandelte Fäkalien können eierhaltige Abschnitte der Bandwürmer enthalten. Werden diese vom Zwischenwirt (Schweinen, Rindern oder Krebstieren) gefressen, dringen die geschlüpften Larven in deren Darmwand ein. Durch die Blutbahn ist der Weg in die Skelettmuskulatur und andere Gewebe nicht weit. Dort siedeln sich die Parasiten an und bilden Zysten. Nimmt man so ein befallenes Stück Fleisch oder Fisch zu sich, schlüpft aus den nicht abgetöteten Zysten ein weiteres Larvenstadium, welches sich im Endwirt (dem Menschen) zu einem erwachsenen Bandwurm entwickelt und sich in die Darmwand bohren.

Der Mensch als Zwischenwirt
Der Mensch dient dem Schweinebandwurm wiederum als Zwischenwirt. Kommt man in Kontakt mit durch Fäkalien verschmutzten Nahrungsmitteln oder Wasser, können die Eier des Schweinebandwurms in den Magen gelangen. Der Vorgang gleicht dem, wenn Tiere als Zwischenwirt okkupiert werden. Die geschlüpften Larven besiedeln Muskulatur, Gehirn und innere Organe und bilden die gefährlichen Zysten. Wer sich also vor Bandwürmern in Lebensmitteln schützen will, sollte sich über dei gefahr bewusst sein und mit einem offenen Auge an die Lebensmittelzubereitung heran gehen.