Basaltemperatur als Indiz für eine Schwangerschaft

Mit Hilfe der Messung der Basaltemperatur kann man auf günstige Weise eine Schwangerschaft feststellen.


Im Allgemeinen heißt es, dass die Körpertemperatur eines Menschen circa 37 Grad betragen soll. Dieser Wert schwankt jedoch von Person zu Person und auch im Tagesverlauf. Am niedrigsten wird die Temperatur während des Schlafens. Die dann nach dem Aufwachen gemessene Basaltemperatur verändert sich im Laufe eines weiblichen Zyklus. Sie indiziert die fruchtbaren beziehungsweise unfruchtbaren Tage einer Frau und kann Hinweis auf eine Schwangerschaft geben.

Die Temperaturphasen im weiblichen Zyklus
Der Zyklus beginnt immer mit dem ersten Tag der Monatsblutung. Zu diesem Zeitpunkt ist die Basaltemperatur relativ niedrig. Misst die Frau nun jeden Tag ihre Temperatur, so kann sie feststellen, dass diese in den nächsten etwa zwei Wochen auf niedrigem Niveau bleibt. Kurz vor dem Eisprung fällt die Basaltemperatur auf ein extremes Minimum um anschließend (etwa einen Tag nach dem Eisprung) die zweite Zyklushälfte mit einem erhöhten Temperaturniveau einzuleiten.
Nun bleibt die Temperatur mindestens zwei Wochen auf diesem Niveau. Erfolgte während der fruchtbaren Zeit keine Befruchtung der Eizelle, so setzt die Monatsblutung 14 Tage nach dem Eisprung ein und die Temperatur fällt wieder.

Wieso die Basaltemperatur ein Indiz für eine Schwangerschaft ist
Die Veränderungen der Temperatur sind auf Hormonveränderungen im weiblichen Körper zurück zu führen. Von der Blutung bis hin zum Eisprung steigt die Konzentration von Östrogenen an. Dadurch sinkt die Temperatur immer mehr. Nach dem Eisprung wird durch verschiedene biochemische Prozesse das Progesteron aus dem sogenannten Gelbkörper gebildet. Dieses hält das erhöhte Temperaturniveau aufrecht. Kommt es nicht zu einer Schwangerschaft, hat also keine Einnistung einer befruchteten Eizelle stattgefunden, so geht der Gelbkörper zugrunde und die Progesteron Produktion ist beendet. Dadurch sinkt die Temperatur am Zyklusende. Wenn hingegen eine Einnistung geschehen ist, bleiben der Gelbkörper und damit das Progesteron erhalten und die Körpertemperatur auf dem erhöhten Niveau. Misst man mindestens 18 Tage nach dem Eisprung eine höhere Temperatur, so kann von einer Schwangerschaft ausgegangen werden.

Was bei der Messung zu beachten ist
Um die Basaltemperatur korrekt zu ermitteln, sollte man, soweit möglich, jeden Tag um die gleiche Zeit messen. Die Messung erfolgt nach einer Schlafphase direkt nach dem Aufwachen. Vorher darf die Frau jedoch nicht aufstehen, da die Bewegung den Kreislauf anregt und zu einer automatischen Temperaturerhöhung führt. Zur Messung wird das Thermometer entweder oral, anal oder in der Scheide angewendet - hier ist die Körpertemperatur am gleichmäßigsten. Zu verwenden ist dabei ein Thermometer mit möglichst zwei Nachkommastellen, so werden Temperatursprünge deutlicher sichtbar. Ebenfalls wissenswert ist die Tatsache, dass verschiedene Einflüsse wie Alkohol oder Krankheit die Temperatur künstlich erhöhen können.
Um den Überblick über den Zyklus zu behalten ist es ratsam, ein Zyklusblatt zu führen, auf dem die täglichen Messergebnisse sowie Besonderheiten einzutragen sind. Anregungen zu möglichen Tabellen finden Sie im Internet.