Bauchschmerz- was die Seele dem Körper erzählt

Bauchschmerz kann man in somatische und viszerale Schmerzen unterteilen. Bei den somatischen Schmerzen werden Nerven an Bauchwand, Bauchfell oder Baucheingeweiden gereizt.


Wer verliebt ist, hat Schmetterlinge im Bauch. Wenn wir uns sorgen, liegt uns das schwer im Magen und wenn uns der Instinkt in eine Richtung weist, sprechen wir von einem Bauchgefühl. Diese Redewendungen geben Aufschluss darüber, wie eng der Bauch mit Emotionen und unseren Gedanken verknüpft ist und welch wichtige Rolle er für unser Körpergefühl spielt. Die Psyche kann Bauchschmerzen auslösen und verstärken. Das ist kein Wunder, denn unzählige feine Nervenstränge verbinden das Gehirn mit dem hochsensiblen Verdauungssystem des Menschen. Stress im Gehirn kann sich binnen Sekunden im Bauch bemerkbar machen – oft sogar schneller, als es dem Betroffenen bewusst ist. Hinzu kommen etliche körperliche Auslöser von Bauchschmerz.

Fettes Essen und Kälte machen es dem Bauch nicht leicht
Allgemein werden Bauchschmerzen in somatische und viszerale Schmerzen untergliedert. Bei den somatischen Schmerzen wurden die Nerven an Bauchwand, Bauchfell oder Baucheingeweiden gereizt. Beim viszeralen Schmerz, der sich dumpfer und bohrender anfühlt, liegt die Ursache meistens in Infekten, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Entzündungen der Gallenblase. In vielen Fällen sind Bauchschmerzen harmloser Natur. Jeder kennt zum Beispiel das drückende Völlegefühl nach einem fetten Essen, das einem nachts den Schlaf rauben kann, meistens jedoch von alleine wieder verschwindet. Frauen leiden häufig unter krampfartigen Bauchschmerzen während ihrer Periode. Das Schwimmen im kalten Wasser kann ebenso zu Bauchschmerzen führen wie eine behandlungsbedürftige Blasen- oder Nierenentzündung, ein gereizter Blinddarm oder eine Gallenkolik.

Stress und Ärger verursachen Reizdarmsyndrom
Die Ursachen eines chronischen Bauchschmerz müssen nicht zwingend im körperlichen Bereich liegen: Auf permanente Angst und Stress reagiert der Mensch meistens mit dem Bauch – es kommt immer wieder zu Schmerzen, Durchfall, Verstopfung und Übelkeit. Bei diesen anhaltenden psychosomatischen Bauchschmerzen spricht man vom Reizdarmsyndrom, das vor allem die erwachsene Bevölkerung der westlichen Industrieländer heimsucht.

 

Auch Kinder klagen relativ häufig über diffuse Bauchschmerzen, die nicht selten psychisch bedingt sind und meistens im Nabelbereich auftreten. Wärme, Geborgenheit, ein heißer Tee und ein tröstendes Gespräch können die Schmerzen lindern. Genau lokalisierbare, akute Bauchschmerzen, die mit Erbrechen und Fieber einhergehen, sollten jedoch sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen und Erwachsenen immer von einem Arzt untersucht werden – denn dann kann es sich um Symptome für eine Blinddarmentzündung, Lungenentzündung oder Kolik handeln.