Bauchweh bei Kindern - stets genau beobachten

Kinder können Bauchweh nur sehr schwer lokalisieren. Wenn die Schmerzen außerhalb des Nabelbereichs liegen, besteht kein Verdacht auf eine Blinddarmreizung oder Entzündung


Vor allem kleine Kinder tun sich schwer, Schmerzen exakt zu lokalisieren und zu beschreiben. Im Zweifelsfall sagen sie, dass die Bauchweh haben – manchmal sogar dann, wenn in Wirklichkeit Kopf- oder Ohrenschmerzen vorliegen. Auch das zeigt den engen Zusammenhang zwischen Bauch und Psyche: Unwohlsein und Krankheitsgefühl werden von Kindern mit Bauchschmerzen gleich gesetzt.

 

Aus diesem Grund sollten die Eltern das Kind genau fragen, wo es die Schmerzen fühlt – zum Beispiel, indem es auf die Schmerzstelle zeigt – und auf mögliche Begleitfaktoren achten.

Kinder reagieren auf Angst und Ärger mit dem Bauch
Trennungssituationen, wie zum Beispiel der erste Schultag oder der Gang zum Kindergarten, können ebenso Bauchschmerzen auslösen wie Aufregung, eine anstehende Klassenarbeit, Ärger mit Freunden, familiäre Konflikte oder Kummer. Es können aber auch eine Reihe an körperlichen Faktoren als Auslöser der Schmerzen in Frage kommen, weshalb Kinder mit länger anhaltenden Bauchschmerzen immer dem Arzt vorgestellt werden sollten. Zuvor sollten die Eltern sich ein Bild von den Bauchschmerzen machen, um dem Arzt die Symptome schildern zu können. Ist das Schmerzzentrum außerhalb des Nabelbereiches, besteht der Verdacht auf eine organische Ursache.

Bei Verdacht auf Blinddarmreizung Arzt aufsuchen
Psychisch bedingte Bauchschmerzen spielen sich häufig im Nabelbereich ab. Bauchschmerzen in der rechten Leistengegend jedoch, die von Fieber und Erbrechen begleitet werden, könnten aus einer Blinddarmreizung resultieren. Babys haben nicht selten Verdauungskoliken, die mit in kurzen Abständen aufwallenden Schmerzattacken einhergehen. Kommen eine fahle, blasse Haut, kalter Schweiß und ein deutlich schmerzverzerrtes, ängstliches Gesicht hinzu, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Schmerz im Rhythmus des Atmens kann auf eine Lungenentzündung hindeuten; tritt er hingegen beim Wasserlassen auf, hat sich das Kind womöglich eine Harnwegsinfektion eingefangen. Verweigern des Essens ist nicht immer mit kindlichem Trotz zu erklären: Bei einem bestehenden Magengeschwür oder einer Refluxerkrankung führt das Aufnehmen der Nahrung zu sofortigen Schmerzen.

Sind die Bauchweh harmlos oder beruhen auf psychischen Ursachen, ist Geborgenheit die beste Medizin: Je sicherer sich das Kind fühlt, um so eher kann es sich entspannen, sodass die Hausmittelch wie eine sanfte Bauchmassage mit angewärmtem Babyöl oder warme Wickel ihre volle Wirkung entfalten können. Ablenkung tut wohl: Eine schöne Hörkassette oder ein spannendes Buch lassen die Bauchschmerzen mitunter rasch in Vergessenheit geraten.