Baufinanzierung - Kostenschätzung mit dem Eigenkaptial

Wer bauen will muss in der Regel einen Teil des Baugeldes selbst aufbringen. Wenn man viel aus eigener Tasche finanzieren kann, gibt es natürlich mehr Vorteile.


Kaum jemand kann sein Eigenheim finanzieren, ohne einen Kredit dafür aufzunehmen. Bisher war es jedoch üblich, dass der Kreditnehmer zumindest 20 Prozent der Kosten selbst aufbringt. Je höher dieser Eigenanteil ausfällt, desto günstiger werden auch die Zinsen. Inzwischen gibt es aber auch immer mehr Banken, die die Baufinanzierung zu 100 Prozent übernehmen. Dieses Finanzierungsmodell nennt sich Vollfinanzierung.

Vollfinanzierung

Inzwischen ist es bei vielen Banken möglich, auch ohne Eigenkapital einen Baukredit zu erhalten. Dieses Finanzierungsmodell nennt sich Vollfinanzierung.
 
Dabei muss ein Kredit über die gesamte benötigte Summe aufgenommen werden. Der Kreditbetrag kann sogar bei bis zu 125 Prozent des Kaufpreises für ein Haus liegen. Damit lassen sich auch Kosten für Makler, Notar und Grundsteuer abdecken.   Eine Vollfinanzierung ist pro Jahr zwischen 0,3 und 1 Prozent teurer als ein Kredit mit Eigenkapital. Das liegt an dem Wegfall des Eigenkapitals als Sicherheit der Bank.
 
Formen
Zum Eigenkapital zählen nicht nur einfache Konten. Das Geld dafür kann auch aus Schenkungen und voraus gezahlten Erbschaften stammen. Auch wer ein bereits bezahltes Grundstück besitzt, kann es sich als Eigenkapital anrechnen lassen. Bankguthaben und Festgelder zählen ebenso zum Eigenkapital wie Investmentzertifikate. Eine auszahlungsreife Lebensversicherung kann man ebenfalls anrechnen lassen. Wer sie allerdings vorzeitig kündigt, riskiert, einen Teil seines Geldes zu verlieren.
 
Es gibt aber auch die Möglichkeit, sein Geld rentabel anzulegen, etwa in Rentenpapiere, Aktien, Investmentfonds oder, ganz klassisch, Bausparverträge. Um Wertpapiere als Eigenkapital einzusetzen, müssen sie in Bargeld umgewandelt werden. Das sollte möglichst zu einem günstigen Kurs geschehen. Würde man bei einem Verkauf weniger als den Einkaufspreis bekommen, empfiehlt es sich, zu warten. Wer mit seiner Bank Sondertilgungen vereinbart, kann auch später noch die Erlöse aus den Wertpapieren zur Finanzierung des Eigenheims verwenden. Einnahmen aus dem Verkauf von Edelmetallen, Gold und Münzen können ebenfalls einen Teil des Eigenkapitals ausmachen. Wer allein nicht genug finanzielle Mittel aufbringen kann, für den bieten sich günstige Arbeitgeber- oder Verwandtendarlehen an. Auch sie werden als Eigenkapital gewertet. Wer am Bau selbst mit anpackt, kann eine Menge sparen. Außerdem rechnet die Bank diese Eigenleistungen in Höhe von 10 bis 15 Prozent als Eigenkapital an.
 
Die verwendeten Baumaterialien werden dabei allerdings nicht berücksichtigt. Wichtig ist außerdem, dass Freunde und Bekannte, die mithelfen, bei der Baugenossenschaft angemeldet werden müssen. Andernfalls sind sie auf der Baustelle nicht versichert. Es lohnt sich also, so viel wie möglich selbst anzusparen. Bei einem Eigenanteil von 40 Prozent gewähren viele Banken einen Zinsnachlass von bis zu 0,25 Prozent.
 
Aufwand von Eigenkapital ist empfehlenswert - aber nicht erforderlich!

Bisher war es üblich, 20 Prozent der Kosten selbst anzusparen, damit ein Kredit gewährt wurde. Inzwischen ist dies nicht mehr zwingend nötig, speziell Online Anbieter von Baufinanzierungen haben Produkte im Programm, welche unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Eigenkapital beantragt werden können.

Selbstverständlich spielt das mitgebrachte Kapital, sowie die individuellen Gegebenheiten nach wie vor eine Rolle und werden von den unterschiedlichen Baufinanzierern verschieden verwertet.