Beckenendlage: Methoden zur Vorbereitung der Geburt

Baby dreh dich – Geburtsvorbereitende Methoden bei einer Beckenendlage.


Von einer Beckenendlage spricht man, wenn das ungeborene Kind vor der Geburt mit dem Po voran im Beckenausgang der Mutter liegt. Das Baby liegt dabei mit dem Kopf direkt unterhalb des Rippenbogens der Mutter. Die Beine des Ungeborenen können dabei entweder am Bauch in die Höhe geschlagen sein oder es liegt mit einem oder beiden Füßen voran oder hockt mit den Füßen neben dem Steiß. Obwohl es heute durchaus möglich ist eine Beckenendlage auch normal, sprich vaginal, zu entbinden, sollte man im Rahmen der geburtsvorbereitenden Maßnahmen versuchen, das Kind zu drehen und in eine sogenannte Schädellage zu bringen. Fast alle Geburtskliniken und freiberuflichen Hebammen bieten heute die sogenannten „Wendekurse“ ab der 35. Schwangerschaftswoche an.

Was stimuliert besser: Moxibustion oder Akkupunkturnadeln?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Ungeborene zu einer Drehung im Mutterleib zu bewegen. Viele der sanften Wendepraktiken bei der Beckenendlage zielen auf Entspannung und den Dialog mit dem Kind ab. So zum Beispiel die Übung „Indische Brücke“. Bei dieser Technik legt sich die Frau auf den Rücken, lagert Bauch und Becken hoch, entspannt Kopf und Arme und lässt die Unterschenkel angewinkelt nach unten hängen. Das so entstehende Hohlkreuz empfinden Ungeborene meist als so unangenehm, dass sie sich bei der Übung drehen. Eine weitere Möglichkeit, ein Kind zum Drehen zu animieren, ist die Moxibustion. Bei dieser Wärmebehandlung reizt die Hebamme den Akupunkturpunkt „Blase 67“ am kleinen Zeh mittels angezündeter Kräuter wie Ingwer und Beifuß. Die Wärme strömt über die Blasenleitbahn am Uterus vorbei. Das stimuliert die Energiebahnen so sehr, dass Babys einen Tag lang in der Gebärmutter turnen. Laut einer Studie der Uni Mannheim, drehen sich immerhin 51 Prozent der Beckenendlagen-Kinder bei dieser Methode. Auch die klassische Akkupunktur wird hier angeboten und von einer Hebamme oder Heilpraktikerin angewendet. Sollten die herkömmlichen Drehversuche fehlschlagen, kann man bis zuletzt auch noch alternative Wendemöglichkeiten ausprobieren. So etwa mit Klangkugeln oder Lichtkegeln. In beiden Fällen wird versucht, die von Natur aus neugierigen Babys mit Glocken oder Licht nach unten zu locken. Osteopathische Behandlungen oder eine Cranio-Sacral-Therapie könnten außerdem energetisch blockierte Becken wieder lösen und dem Baby mehr Platz verschaffen. Zu guter Letzt kann man noch versuchen das Ungeborene durch eine „äußere Wendung“ in die normale Geburtsposition zu bringen. Hier wird ein Facharzt versuchen das Kind von außen per Hand zu drehen. Der Arzt wird die Erfolgsaussichten, Risiken, und das Vorgehen vorher genau erläutern. Außerdem wird der Eingriff sofort abgebrochen, wenn das Baby sich sträubt oder es zu unangenehm für die Mutter wird.

Wenn nichts hilft
Sollte das Kind sich trotz aller Bemühungen einfach nicht in die gewünschte Lage drehen lassen, ist davon auszugehen, dass es einen guten Grund hat in der Beckenendlage zu verweilen. Dabei hat die Mutter die Möglichkeit zu wählen, ob sie normal, vaginal, oder per Kaiserschnitt entbinden möchte. Viele Kliniken sind heute bereits dafür ausgebildet auch aus einer Beckenendlage zu entbinden und wägen alle Risiken vorher gut ab. Ein Kaiserschnitt ist immer eine Option, heute aber kein Muss mehr bei einer Geburt in Beckenendlage.