Bedeutung von Nachnamen - von Müller bis Schneider

Die Bedeutung von Nachnamen kann in fünf Kategorien aufgeteilt werden, wozu u. a. Tätigkeiten, körperliche Eigenschaften, Herkunft, Ort und Spitznamen gehören.


Die heute üblichen Nachnahmen stammen in der Regel aus dem Mittelalter. Oft sind sie im 5. und 6. Jahrhundert oder auch später entstanden und gliedern sich meist in fünf Kategorien auf. Sehr oft wurden Rufnamen, welche äußere Merkmale oder Kennzeichen einer Person beschreiben, verwendet. Größe, Haarfarben und oder körperliche Auffälligkeiten dienten hier als Vorlage. Daneben beziehen sich viele Namen auf Orte und Stämme. Die Herkunft ist ein oft verwendetes Merkmal in der Bedeutung von Nachnamen.

Berufsbezeichnungen
Eine noch heute sehr gängige Bedeutung von Nachnamen sind Berufsbezeichnungen. Wir finden gerade in Deutschland unzählige Namen, die auf eine ehemalige Tätigkeit hinweisen. Die am weitesten verbreiteten Namen, wie Müller, Schulze oder Schneider fallen in diese Kategorie. Die Häufigkeit von Schulze ist damit zu erklären, dass es sich hierbei um ein Dorfoberhaupt handelte – eine Position, die also in jedem Ort besetzt war. Auch Müller scheint es in Deutschland viele gegeben zu haben. Heute ist kein Nachname häufiger verbreitet als dieser. Weitere Namen, die Berufsbezeichnungen in sich tragen, sind zum Beispiel Lehmann (der besitzer eines Lehngutes), Meier (ein Verwalter) und Vogt (ebenso ein Adelsbeamter).

Übernamen – Spitznamen, die irgendwann zu Nachnamen wurden
Sehr knifflig wird es oft hinter die Bedeutung von Nachnamen zu kommen, wenn es sich um veraltete Begriffe für Eigenschaften handelt. Interessant sind etwa Vergleiche zu Tieren oder Gegenständen, die Rückschluss auf Charakter oder Aussehen einer früheren Person geben. Früher ist zum Beispiel der Name Pagenstert, veraltet für Pferdeschwanz, sehr verbreitet gewesen, um eine auffällige Frisur in Worte zu fassen. Adjektive wie Grimm oder Fröhlich haben sich genauso in die Bedeutung von Nachnamen eingeschrieben. Vielerorts wurden Personen auch nach ihrem Geburtsmonat benannt. Neben den Monaten gehören auch die Jahreszeiten zu Teilen von Namen. Solche Übernamen sind oft nach der ersten Namensgebung durch Spitznamen entstanden und haben sich über Jahrhunderte an die entsprechende Person und Familie gekoppelt. Heute findet man fast alle Nachnamen in verschiedenen Schreibformen vor. Besonders Namen wie Meier können viele Ausprägungen haben, wie Meyer, Mayer oder Maier.