Bedrohte Tierarten und Artenschutz

Wissen Sie, was ein Quagga ist? Da es niedergejagt wurde, ist es heute ausgestorben. Anderen Tierarten droht dasselbe Schicksal.


Zu den bekanntesten Beispielen ausgestorbener Tiere gehören wohl die Dinosaurier und die Mammuts, die in zahlreichen Hollywoodfilmen wiederbelebt worden sind. Weniger bekannt sind hingegen das Quagga (eine Zebraart), der östliche Wapiti, der Florida Rotwolf oder der kalifornische Braun- und Grizzlybär. Sie sind nicht nur vom Angesicht der Erde verschwunden, sondern auch aus dem Bewusstsein der Menschen. Verdient hat das langsame Vergessen keines der Tiere.

Artensterben unumkehrbar
Die Rote Liste gefährdeter Arten wird von der Weltnaturschutzorganisation International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) sowie aus den Dokumentationen der einzelnen Länder und Bundesstaaten gebildet. Laut den Angaben des WWF beschleunigt sich das Artensterben weltweit. So sterben heute jeden Tag zwischen drei und 130 Arten. Die Rote Liste des IUCN aus dem Jahr 2006 beschreibt etwa 800 Fälle bereits ausgestorbener Tiere. Die wirkliche Anzahl wird vermutlich weit darüber liegen, denn zu vielen Tieren liegen nur unzureichende Informationen vor. Im „Living Planet Index“ des WWF (2008) ist nachzulesen, dass circa 34.000 Arten vom Aussterben bedroht sind. Allein in den Jahren 1970 bis 2005 sei die Artenvielfalt um 27 Prozent gesunken.

Stirbt das Tier, stirbt der Mensch
Wir befinden uns derzeit in der sogenannten Biodiversitätskrise, dass heißt die Artenvielfalt ist akut gefährdet, wenn die Entwicklung unverändert in dem Ausmaß voranschreitet. Unter Biodiversität versteht der Biologe die Gesamtheit aller Arten, ihrer Lebensräume als auch die genetische Variabilität innerhalb der Arten sowie die Vielfalt der Ökosysteme. Sie stellt eine Lebensgrundlage für den Menschen dar, sterben mehr und mehr Arten aus, ist früher oder später auch das Überleben des Menschen in Gefahr. Zunächst sind die Armen betroffen, da diese besonders auf die regionale Tier- und Pflanzenwelt angewiesen sind.

Nur der Mensch kann handeln
Zu den wichtigsten Ursachen des Artensterbens gehört die sich fortsetzende Zerstörung der Lebensräume der Tiere. Immer mehr Menschen benötigen immer mehr Platz, Wälder werden gerodet, die Meere verschmutzt, sodass die Tiere nicht mehr genug Nahrung finden und sich fortpflanzen können. Auch die Umweltzerstörung und die damit einhergehende globale Erwärmung ist eine potenzielle Gefahr für die Tierwelt.
Erst seit ein paar Jahrzehnten gibt es verschiedene Bemühungen vonseiten der Politik, dieser besorgniserregenden Entwicklung Einhalt zu gebieten. In den 1970ern begann der Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen mit dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) , welches den Handel mit bedrohten Tierarten regelt und reguliert. Auf EU-Ebene existiert beispielsweise die Flora-Fauna-und-Habitat-Richtlinie (FFH), die den Schutz der Lebensräume anstrebt. Darüber hinaus gibt es unzählige Programme, Konzepte und Organisationen, die sich den Artenschutz auf die Fahnen geschrieben haben. Zoologische Gärten haben erfolgreich Wiederaufzuchtprogramme durchgeführt und es wurden Naturschutzgebiete eingerichtet, in denen Tiere sicher leben können.