Behandlung von Progesteronmangel: Methoden und Alternativen

Nicht nur Frauen benötigen eine Behandlung bei Progesteronmangel, auch für Männer ist das Gelbkörperhormon wichtig.


Beim Progesteron handelt es sich um ein sogenanntes Steroidhormon, also ein Steroid, das als Hormon wirkt. In die Gruppe der Steroidhormone fallen Sexualhormone genauso wie die in der Nebennierenrinde produzierten Corticosteroide. Methoden zur Behandlung von Progesteronmangel sind entweder Hormongaben oder bei einem schwachen Mangel die Verwendung bestimmter Nahrungsmittel.

Progesteron – für Frauen und Männer wichtig

Das Gelbkörperhormon ist ein Sexualhormon, eine Behandlung bei Progesteronmangel ist allerdings bei Männern selten nötig, für Frauen hingegen oftmals wichtig. Gebildet wird das Hormon beim männlichen Geschlecht in den Gonaden (Hoden), während es bei Frauen in der zweiten Phase der Monatszyklus in den Eierstöcken entsteht und in sehr hohen Mengen in der Schwangerschaft von der Plazenta hergestellt wird. Das Hormon reguliert das Festsetzen des befruchteten Eis und sorgt für den dauerhaften Erhalt der Schwangerschaft. Zu Beginn der fruchtbaren Tage ist das Gelbkörperhormon für die Verdickung und die Speicherung von Blut der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich. Findet keine Befruchtung statt, verringert sich die Progesteronproduktion, die Gebärmutterschleimhaut trennt sich von der Wand ab, die nächste Monatsblutung setzt ein. Den Namen Gelbkörperhormon stammt daher, das nach dem Eisprung die Hülle des Eifollikels im Eierstock bleibt und sich zu Progesteron umbildet. Es ist ein Baustein für das Sexualhormon Östrogen und dem für Männer wichtigen Testosteron, weshalb eine Behandlung bei Progesteronmangel nicht nur für Frauen notwendig werden kann. Allerdings ist auch die Nebennierenrinde in der Lage das Gelbkörperhormon in geringen Mengen zu synthetisieren und sorgt bei den meisten Männern für den nötigen Ausgleich. Zu den Methoden, Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch zu einer Schwangerschaft zu verhelfen, gehört nach entsprechender Diagnose eine Behandlung von Progesteronmangel.

 

Um zu messen ob ein Progesteronmangel vorliegt kann mittlerweile Jedermann einen Hormonspeicheltest in einem entsprechenden Fachlabor (zum Beispiel www.verisana.de) durchführen.

Progesteron und Wechseljahre

Mit dem Einsetzen der Wechseljahre verringert der Körper seine Produktion von Progesteron, die Östrogenherstellung allerdings bleibt noch länger erhalten. Dadurch, dass die Zahl der Gelbkörperhormone sinkt, die Östrogene aber sich nicht vermindern, kommt es zu einem Östrogenüberschuss (Östrogendominanz). Die Folgen sind die typischen Symptome der Wechseljahre: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Hitzewallungen und unvermutet auftretende Schweißausbrüche. Dazu kommen Symptome wie ein dicker Bauch, angeschwollene Brüste, Gewichtszunahmen und geschwollene Beine sowie Menstruationsprobleme. Bei Männern machen sich die Wechseljahre nicht so deutlich bemerkbar. Eine Behandlung des Progesteronmangels aufgrund von Haarausfall wird beispielsweise selten angewendet. Eine der wichtigsten Methoden für den Ausgleich fehlender Gelbkörperhormone ist in der Medizin eine Hormontherapie, in der Regel oral in Tablettenform. Andere Methoden sind die Zuführung über Pflaster oder ein aufzutragendes Gel, also Absorption durch die Haut. Progesteron ist in vielen Lebensmitteln, insbesondere in Sojaprodukten, enthalten. Menschen, die sich von diesen natürlichen Hormonspendern ernähren, müssen sich deutlich seltener einer Behandlung aufgrund von Progesteronmangel unterziehen.