Behandlungsmaßnahmen bei Verstopfung

Die Behandlung von Verstopfungen kann mittels einer Ernährungsumstellung druchgeführt werden. Aber auch Sport und die so genannte physikalische Therapie sind Möglichkeiten der Therapierung


Neben der medikamentösen Behandlung gibt es zahlreiche weitere Therapien für die Behandlung einer Verstopfung. Die häufigste Krankheitsursache steht im direkten Zusammenhang mit Ernährungsfehlern. Eine Umstellung der Ernährung, bei der ein Ernährungstherapeut zusammen mit dem Patienten dessen Essgewohnheinten analysiert, ist daher die Erfolg versprechendste Behandlung.

Ernährungsumstellung
Betroffene sollten vor allem auf eine ausreichende Trinkmenge von täglich zwei bis drei Litern achten. Ausreichend Wasser sorgt für eine Aufweichung des Nahrungsbreis, der somit besser transportiert werden kann. Auch das Volumen ist dadurch vergrößert. Die Darmwand wird aufgeweicht. Ebenfalls sehr wichtig ist die Zufuhr von Ballaststoffen. Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die während des Verdauungsvorgangs Flüssigkeit aufnehmen und somit das Kotvolumen vergrößern. Sie werden unverdaut ausgeschieden. Fett gilt als Bewegungshemmer, es verlangsamt die Peristaltik des Darms und bremst somit die Weiterleitung der Nahrung durch den Verdauungstrakt. Eine weitgehende Reduzierung der Fettaufnahme verspricht eine effektive Linderung der Krankheitssymptome. Zucker hingegen hat keinen Einfluss auf die Bewegung des Darms. Verschiedene Früchte wie Feigen, Kirschen oder Dörrobst haben ebenfalls verdauungsfördernde Wirkung.

Physikalische Therapie
Bei einigen Formen der Verstopfung kann die so genannte physikalische Therapie Abhilfe schaffen, die vom Physiotherapeuten durchgeführt wird. Kniegüsse, kalte Fuß- oder Sitzbäder und Bauchwaschungen regen die Darmentleerung an. Bei krampfartigen Verstopfungen helfen intensive Wärmeeinwirkung durch Sitzbäder in heißem Wasser oder heiße Auflagen auf dem Bauch.

Verhaltens- und Bewegungstherapie
Von entscheidender Bedeutung bei der Therapie einer Obstipation ist die Verhaltenstherapie, in der die Betroffenen einen geregelten Lebensablauf erlernen. Ein regelmäßiger Nacht-Tag-Rhythmus sowie einheitliche Essenszeiten und der Wechsel von Aktivitäts- und Ruhephasen sind Voraussetzung für eine gesunde Verdauung. Ausreichend Bewegung ist ebenso wichtig. Patienten mit Obstipation erlernen während einer Bewegungstherapie begünstigende Sportarten wie Wandern oder Walken, Fahrradfahren und Gymnastik. Wichtig bei der Wahl der Sportart ist die Bauchmuskelstärkung, die sich auf das Verdauungssystem überträgt. Die Stärkung der Bauchmuskulatur kann durch die Isometrische Bauchpresse positiv unterstützt werden. Dabei wird der Bauch zehn Sekunden lang kräftig angespannt und anschließend langsam entspannt. Die Übung wird fünfmal nacheinander und dreimal täglich wiederholt. Auch Darmmassagen des Unterbauchs sowie Bindegewebsmassagen versprechen eine günstige Wirkung.

Naturheilkundliche Verfahren und operative Maßnahmen
Bei einer Störung der Kommunikation zwischen äußerer und innerer Schließmuskelgruppe ergibt sich die Möglichkeit einer Biofeedback- oder Elektrostimulationstherapie, die von Naturheilpraktikern durchgeführt werden. In sehr seltenen Fällen, wenn alle Therapiemaßnahmen versagen, wird eine operative Behandlung notwendig. Durch eine Operation wird die Verstopfung beseitigt oder die Beschwerden deutlich gelindert. Indikationen für eine operative Therapie sind stets organische Ursachen wie Morbus Hirschsprung, der so genannte Megacolon, Beckenbodensenkungen, Tumore oder Verwachsungen.