Bei Ringelröteln handelt es sich um eine recht selten vorkommende Viruserkrankung, die auch als „Rote-Backen-Krankheit“ oder „Ohrfeigenkrankheit“ bezeichnet wird. Auslöser ist das Parvovirus B19.
Details
Meist erkranken Klein- und Schulkinder zwischen sechs und 15 Jahren an Ringelröteln. Da die Übertragung des Virus’ durch Tröpfcheninfektion aber auch direkten Körperkontakt vonstattengeht, beobachtet man alle paar Jahre eine regelrechte Ringelrötelepidemie in Schulen und Kindergärten.
Zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) können durchschnittlich vier und 14 Tage vergehen. Wenn man sich angesteckt hat, ist die Gefahr am höchsten, dass man den Virus an andere weitergibt. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung oder wenn sich der Ausschlag zeigt, besteht nur noch geringe Ansteckungsgefahr. Dieses Wissen kommt vor allem Eltern zugute, die darüber entscheiden müssen, ob ihr Nachwuchs wieder in den Kindergarten geht oder noch zu Hause bleiben soll.
Einmal an Ringelröteln erkrankt, besteht eine lebenslange Immunität. Bei den Erwachsenen ist der Verbreitungsgrad sehr hoch, bei etwa 50 bis 60 Prozent sind Antikörper nachweisbar.
Symptome
Im Großteil aller Fälle bleibt die Erkrankung ohne Beschwerden und vergeht somit unbemerkt. Nur bei etwa 25 Prozent treten Symptome auf, zu denen beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel, leichtes Fieber und Schüttelfrost gehören. Bei Erwachsenen treten oft noch Gelenkentzündungen hinzu, die noch Wochen nach Beginn der Infektion vorhanden sein können. Das charakteristischste Zeichen für eine Ringelröteln-Infektion sind jedoch die großflächigen Ausschläge, die vorrangig im Bereich der Wangen und Nase – später aber auch am Oberkörper, den Armen und Beinen – auftreten. Zunächst zeigen sich leichte Rötungen, die sich zu starken Flecken entwickeln. Diese schließlich verbinden sich zu girlanden-, schmetterlingsförmigen oder landkartenartigen Mustern. Der Ausschlag kann bis zu acht Tagen andauern, und sogar nach seinem Verschwinden ein zweites Mal in Erscheinung treten.
Behandlung meist nicht nötig
Ringelröteln sind nicht behandlungsbedürftig, da die Krankheit selbstständig ausheilt. Bei starkem Juckreiz können spezielle Salben Linderung verschaffen. Kühlende Auflagen helfen ebenfalls.
Ringelröteln in der Schwangerschaft
Die Krankheit verläuft in der Regel harmlos, nur in der Schwangerschaft stellt eine Infektion ein großes Risiko für das ungeborene Kind dar. Wenn der Virus über die Plazenta zum Fötus gelangt und es ansteckt, gefährden im Ernstfall Wasseransammlungen (Hydrops), eine schwere Blutarmut (Anämie) und Herzversagen das Leben des Kindes. Das Kind stirbt, oder es kommt – abhängig vom Entwicklungsstand – zur Fehlgeburt. Anders als bei Röteln kommt es aber nicht zu Missbildungen.Das Kind erkrankt und stirbt als Folge dessen oder es kommt völlig gesund zur Welt. Eine besondere Bedeutung in diesem Zusammenhang spielt der Zeitpunkt der Erkrankung. Besonders problematisch ist eine Infektion zwischen der achten und 20. Schwangerschaftswoche.
Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass in 90 Prozent aller Fälle eine Infektion ohne Folgen für das Ungeborene bleibt, in den anderen Fällen hilft eine individuelle Therapie. Zudem erfolgt eine engmaschige Überwachung durch Ultraschalluntersuchungen.