Beileidsschreiben - Aufbau und inhaltliche Hinweise

Beileidsschreiben sind eine heikle Angelegenheit, mit den folgenden Hinweisen fällt es jedoch leichter pietätvoll zu formulieren. Lesen Sie hier wie es geht.


Beileidsschreiben können einen ganz schön herausfordern. Die richtigen Worte in einer für andere Menschen sehr schweren und traurigen Situation zu finden, gelingt vielen leider überhaupt nicht. Der Tod hat in unserer Leistungssgesellschaft kaum einen Platz und doch ereilt er jeden von uns und jeder von uns verliert einmal nahestehende Menschen. Ein gutes Beileidsschreiben zu verfassen ist aber auch eine richtige Leistung!

Beileidsschreiben müssen individuell wirken
In der Trauer ist jeder Mensch völlig anders und auch jeder Trauerfall ist völlig anders. Ein Beileidsbrief muss darauf Rücksicht nehmen. Beileidsschreiben an die Familie eines älteren Verstorbenen müssen anders formuliert sein, als an die Hinterbliebenen eines relativ jungen Menschen oder eines Kindes. Im Alter ist der Tod oftmals eine Gnade, in jungen Jahren absoluter Schock und für die Familie völlig unverständlich. Seien Sie sensibel mit Ihren Worten, schreiben Sie lieber wenige wohl gewählte Worte, als zu viel allgemeine Formulierungen.
Vom Aufbau her können Sie Ihr Beileidsschreiben so strukturieren, dass Sie erst einmal über das Ereignis und die Todesart schreiben, also etwa:"Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass Ihr lieber Vater gestern ..". Dann können Sie auf das Wesen und die besonderen Leistungen und Fähigkeiten des Verstorbenen eingehen – falls bekannt. Wenn man mit ihm zusammengearbeitet hat, kann man die Art der Zusammenarbeit beschreiben. Natürlich muss man immer positiv und respektvoll dem Verstorbenen gegenüber bleiben. Am Ende kann man an die Zukunft denken und darauf hinweisen, wie der Verstorbene in Erinnerung bleiben wird.

Beileidsschreiben wirken wie ein Spiegel der Persönlichkeit
Nehmen Sie Beileidsschreiben immer ernst, sie spiegeln Ihre Persönlichkeit wider. Wer den Schmerz seiner Mitmenschen über den Verlust eines geliebten Angehörigen oder Freund nicht nachempfinden kann, stellt sich als sehr unreif und egoistisch dar. Wenn einem partout keine Worte einfallen wollen, muss man sich vorstellen, man hätte selber jemanden verloren. Dann schreibt man automatisch sensibler und nicht mehr rein förmlich. Für die Angehörigen ist alles, was den Verstorbenen ehrt und respektiert, Balsam für die traurige Seele. Sie sollten aber die Vorzüge des Verstorbenen auch nicht zu sehr betonen, da der Verlust dann wieder in den Vordergrund tritt. Ein guter Weg, wenn einem keine persönlichen Worte einfallen, ist es, die allgemein bekannten Formeln wie „Meine aufrichtige Teilnahme“, die Sie auch vorgedruckt auf den Trauerkarten finden, einfach in ganze aktive Sätze umzuformulieren. Also in diesem Falle: „Ich nehme aufrichtig am Tode Ihres lieben Vaters teil. Ich habe ihn immer als besonders aufmerksamen und freundlichen Mitmenschen geschätzt.“ Sie sehen, wenn man sich ein wenig mit dem Thema befasst, findet man bald seinen individuellen Weg gute Beileidsschreiben zu verfassen.