Beileidswünsche – Trost spenden per Post

Beileidswünsche sind viel mehr als nur vor gefertigte Worte.


Es ist bewiesen, dass viele Menschen mit großem Interesse Todesanzeigen in der täglichen Presse verfolgen. Warum das so ist, wäre ein anderes, ausschweifendes Thema. Fakt ist aber, dass irgendwann Namen in diesen Anzeigen auftauchen, die man kennt. Aus dem privaten, dem familiären oder dem beruflichen Umfeld und man ist immer wieder auf ein Neues zutiefst erschüttert, wenn man diesen Menschen abermals auf diesem Wege begegnet. Möglicherweise begleitet man auch aus der Entfernung schon so manche Sterbeprozesse von Menschen, die man kennt, die einem aber nicht wirklich nah sind. Oder der Tod eines durchaus sehr gemochten Menschens macht einen so betroffen und gelähmt, dass man die Nähe zu den engen Angehörigen nicht erträgt, dennoch aber das Gefühl hat, seiner Anteilnahme Ausdruck geben zu wollen. Und so gerät man an den Punkt, wo man sich in der Auswahl der Darstellung seiner Beileidswünsche befindet. Einer der beliebtesten Wege sind die Kondolenzschreiben.

Die persönliche Anteilnahme per Post
Gerade das Thema Sterben löst ebenso viel Mitgefühl, aber auch Sprachlosigkeit aus. Bleibt es doch nach wie vor ein gerne tabuisiertes Thema, mit dem man sich nur allzu ungerne wirklich auseinander setzt. Und warum? Weil Sterben unangenehm ist. Weil es mit Verlust, Endlichkeit und auch immer mit tiefer Traurigkeit zu tun hat. Dem Menschen fällt es schwer, so eine große persönliche Betroffenheit verbal auszudrücken. Viel eher kann man es in tonlosen, kleinen Gesten zeigen oder aber mit schriftlichen Beileidswünschen ausdrücken. Und dazu muss man selber kaum noch großartig nach den eigenen, passenden Worten suchen. Die Papierindustrie hat diese Lücke – die menschliche Unfähigkeit Beileidswünsche wirklich auszuformulieren – clever erkannt und gefüllt. Wenn man sich in einem Schreibwarenladen nach einer für den Zweck geeigneten Beileidskarte umschaut, ist man überrascht über die Vielzahl an Möglichkeiten per Spruch und Motiv seine Anteilname auszudrücken. Da bleibt kaum ein Dichter unerwähnt, kaum eine Landschaft nicht dargestellt. Und dieses Angebot an modernen, klassischen, verspielten, schlichten Beileidswünschen überrascht in durchaus positiven Sinne. So wird man letzlich dann doch eine persönliche Auswahl treffen können, die dem Verstorbenen noch am ehesten entspricht, seinem Tod und Sterben am Nächsten kommt und den Hinterbliebenen auf diese Weise Trost spenden kann.

Was zählt ist der Gedanke
Auch wenn man jetzt meinen möge, es würde einem beinahe schon zu einfach gemacht Beileidswünsche per Brief oder Karte zu versenden, zählt doch am allermeisten der Gedanke dahinter, es überhaupt zu tun. Trotz des mechanischen Aktes, eine vorformulierte Karte zu erwerben, ist es doch eine persönliche Anteilnahme, die einen dazu bewegt. Einen Moment zu teilen, an den Verstorbenen und, beziehungsweise oder, an seine Familie zu denken und trotz Hilfestellung der Papierindustrie etwas Persönliches, nämlich die eigene Betroffenheit, zu offenbaren. Jedes Kondolenzschreiben ist auch eine Geste. Jeder Beileidswunsch ein persönlicher Abschied, ein großer oder kleiner Trost, ein Zeichen des individuellen Mitgefühls und der Wertschätzung gegenüber einem Menschen, der nun nicht mehr unter uns ist.