Beim Orgasmus sind alle Sinne geschärft

Schärt der Orgasmus wirklich die Sinne: Wahr oder falsch, erfahren Sie mehr zu diesem Gesundheitsmythos


Der sexuelle Höhepunkt ist selbst mit einem so großen Wortschatz wie ihn die deutsche Sprache aufweist, nur sehr schwer in Worte zu fassen. Erschwerend kommt hinzu, dass er eine äußerst individuelle Erfahrung ist. Viele Dichter haben dennoch versucht, dieses einzigartige menschliche Gefühl zu versprachlichen. Von einem farbenprächtigen Rausch oder einer Extase ist oft die Rede, wenn er beschrieben wird. Manche berichten, dass sie das Gefühl hätten, zu fliegen, schweben oder gar ihre körperliche Hülle zu verlassen, wenn sie den sexuellen Höhepunkt erleben. Viele andere Körperempfindungen sind möglich, sie alle beruhen auf einer Steigerung vorhandener Empfindungen der Sinne hin zu einem außergewöhnlichen Glücksgefühl.

Der Körper in Alarmbereitschaft
Von seiner individueller Einzigartigkeit mal abgesehen, ist der Orgasmus in biologischer Hinsicht eigentlich nichts besonderes. Mit zunehmender sexueller Erregung werden verstärkt das Hormon Adrenalin und der Gehirnbotenstoff Noradrenalin ausgeschüttet. Das Herz schlägt schneller, woraufhin das Blut schneller durch den Organismus gepumpt wird. Die Organe, alle Gewebe, natürlich auch die Geschlechtsorgane sind nun stärker durchblutet. Diese verbesserte Durchblutung sorgt dafür, dass das Berührungsempfinden der Haut deutlich erhöht ist, auch die Geruchs- und Geschmackswahrnehmung sind nun intensiver ausgeprägt. Eine Theorie besagt, dass der Orgasmus eine Art Rettungsleine ist, da der Körper bei anhaltender Erregung vor nicht zu bewältigende Strapazen gestellt würde.

Blinde Männer
Zumindest für den Mann gilt diese gesteigerte Wahrnehmung nicht. Denn Urologen berichten, dass viele Männer sie aufsuchen, weil sie während des Aktes selbst oder noch kurz danach kurzzeitig erblinden. Eine mögliche Ursache hierfür könnte die nachweislich verminderte Durchblutung im Gehirn des Mannes sein. Besonders die Areale in der Nähe des Sehzentrums sind von dieser Minderdurchblutung betroffen. Diese Sehstörungen können sich in vielfältiger Weise zeigen. Während einige Männer lediglich ein kurzes Flimmern wahrnehmen, müssen andere mit einer drastischen Einschränkung ihres Sehfelds rechnen. Wieder andere bleiben von den Auswirkungen des Höhepunkts gänzlich unberührt.

Nebenwirkungen der blauen Wunderpille
Eine mögliche Ursache für derartige Sehstörungen ist die Einnahme von Medikamenten gegen Erektionsstörungen. Diese Präparate verursachen, neben anderen Nebenwirkungen, auch kurzzeitige Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit. So kann das Auge sich nicht mehr so schnell an wechselnde Lichtbedingungen anpassen und nimmt in der Folge bestimmte Bilder nicht mehr scharf oder in ihrer ganzen Farbenpracht wahr.