Beinwellsalbe - Heilunterstützung auf natürliche Art

Die Beinwellsalbe wird seit Jahrhunderten bereits zur Linderung bei Verstauchungen oder Prellungen angewendet.


Beinwell gehört zur Gattung der Raublattgewächse und ist in den verschiedensten Arten in Asien, Europa und Nordafrika zu finden. Europäische Mönche brachten den Beinwell nach Amerika, wo ihn auch die Indianer für sich als Heilpflanze entdeckten. Erste Aufzeichnungen belegen, dass die Pflanze bereits im 1. Jahrhundert nach Christus bei Wunden und Knochenbrüchen verwendet wurde. Auch Hildegard von Bingen sprach der Pflanze eine große Wirkung zu. Leider geriet die Pflanze zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit, jedoch erlebt sie mittlerweile wieder eine Renaissance. Heute wird sie in Form der Beinwellsalbe vor allem zur Unterstützung beim Heilprozess bei Verletzungen der Sehnen und Bänder verwendet oder zur Linderung von Prellungen.

Merkmale
Die Pflanze ist winterhart und hat eine krautige Form. Die Stängel und Blätter sind rau und behaart und die Wurzel ist verdickt. Die Blütenform ist schmal glockenartig und zeigt Färbungen von weiß, violett bis hin zu gelb. Die Blütezeit reicht von Mai bis September und die Pflanze wird in dieser Zeit gerne von Hummeln besucht. Die Pflanze ist in hohen Dosen giftig, deshalb wird auch von einer innerlichen Anwendung abgeraten. Der Beinwell bevorzugt feuchte und stickstoffreiche Böden in sonniger bis halbschattiger Lage und ist somit oft an Gräben oder in feuchten Wiesen zu finden.

Herstellung der Beinwellsalbe
Salben lassen sich auf viele Arten herstellen, aber grundsätzlich sollte man für ein natürliches Heilprodukt nur natürliche Substanzen verwenden. Deshalb sollte man Erdölprodukte wie Vaseline gänzlich vermeiden und stattdessen Bienenwachs oder (Bio-)Schweinefett verwenden. Bienenwachs ist besonders für Salben geeignet, die an der Hautoberfläche wirken sollen, wo hingegen Salben auf Schweinefettbasis in die Muskulatur einziehen. Da die Beinwellsalbe nicht oberflächlich wirken, sondern einziehen soll, ist hier Schweineschmalz zu bevorzugen. Man nimmt zwei gehäufte Doppelhände voll mit der klein geschnittenen Wurzel des Beinwells und gibt sie zu 550 Gramm erhitztem Schweineschmalz (nicht zu heiß!). Man lässt die Wurzeln kurz anbraten und nimmt die Pfanne vom Herd und stellt das ganze über Nacht an einen kühlen Ort. Am nächsten Tag erwärmt man das Ganze nochmal bis es flüssig ist und filtert es durch ein Leinentuch. Die Beinwellsalbe wird nun in Tiegel (in der Apotheke erhältlich) abgefüllt. Die Salbe ist ungefähr drei Monate haltbar wenn sie kühl und trocken (beispielsweise im Kühlschrank) gelagert wird.