Beitragsbefreiung bei der Krankenkasse beantragen - Hinweise

Auch wenn es keine echte Beitragsbefreiung ist, gibt es doch Möglichkeiten, die auch die indirekten Beiträge in der Ersatzkasse zu senken.


Eine tatsächliche Beitragsbefreiung in der gesetzlichen Krankenkasse ist zum einen nur im Rahmen der Familienversicherung möglich, zum anderen besteht aber die Chance, eine Befreiung von den Zuzahlungen zu erreichen.

Beitragsfrei in der Familienversicherung
Die in Deutschland geltende Pflicht, Mitglied einer Krankenversicherung zu sein, erstreckt sich auch auf Familienangehörige. Grundsätzlich gilt, wer einer Berufstätigkeit nachgeht, oder sonstige Bezüger erhält, zum Beispiel eine Rente oder Pension, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragspflichtig. Nicht-berufstätige Ehegatten und minderjährige Kinder, sofern sie keine Ausbildungsvergütung erhalten, sind auch beitragsfrei mitversichert. Beitragsfrei versicherte Ehegatten verlieren diesen Anspruch jedoch, wenn eine Berufstätigkeit ein monatliches Entgelt von mehr als 365 Euro einbringt. Im Falle eines ausgewiesenen Minijobs steigt diese Grenze auf 400 Euro im Monat. Für Kinder ist die Beitragsbefreiung sogar noch weiter ausgedehnt. Wer volljährig ist, aber keiner Tätigkeit nachgeht, die über einen 400-Eurojob hinausreicht, ist bis zum 23. Lebensjahr bei den Eltern beitragsfrei mitversichert. Diese Form der Beitragsbefreiung gilt auch für Studierende bis zum 25. Lebensjahr. Ist einer der beiden Elternteile jedoch Mitglied einer privaten Krankenversicherung, erfolgt die Überprüfung der Einkommen. Kinder müssen bei dem Elternteil mit dem höheren Einkommen versichert sein. Trifft dies auf den privat Versicherten zu, muss das Kind auch privat krankenversichert werden, eine Beitragsbefreiung ist dann nicht mehr möglich, da die privaten Krankenversicherer keine Familienversicherung kennen.

Befreiung von der Zuzahlungspflicht
Eine indirekte Beitragsbefreiung erfolgt, wenn dem Versicherten die Zuzahlungen und die Praxisgebühr erlassen werden. Um dies zu erreichen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Der Gesetzgeber räumt ein, dass die Zuzahlungen eine bestimmte Belastungsgrenze nicht überschreiten dürfen. Als Obergrenze wurden daher zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens festgelegt. Chronisch Kranke, die sich in einer Dauerbehandlung befinden, werden dabei noch stärker berücksichtigt. Die indirekte Beitragsbefreiung greift bereits, wenn die Zuzahlungen ein Prozent des Bruttoeinkommens übersteigen. Das setzt allerdings ein nachgewiesenes „therapiegerechtes Verhalten“ voraus. Therapiegerecht bedeutet nichts anderes, als den Empfehlungen des Arztes zu folgen, beispielsweise Ernährungstipps für Zuckerkranke, oder neben medikamentöser Behandlung auch Bewegung bei einem entsprechenden Krankheitsbild. Eine indirekte Beitragsbefreiung senkt auf jeden Fall Kosten.