Bekleidungsingenieur - ein Berufsbild

Es gibt zahlreiche Wege, um in der Modeindustrie Fuß zu fassen. Verschiedene Berufe können oder müssen dafür erlernt werden. Einer davon ist der des Bekleidundsingenierus.


Wer den Beruf des Bekleidungsingenieurs anstrebt, muss die Fachhochschul- oder Hochschulreife absolvieren. Danach erfolgt das Studium der Textil- oder Bekleidungstechnik an einer Fachhochschule oder (technischen) Hochschule. Die Regelstudienzeit beträgt 6 bis 8 Semester. In der Textiltechnik geht es um Herstellung von Textilien und Warenkunde. Die Studierenden lernen Produktionsetappen wie Garnerzeugung, Garnverarbeitung und Textilveredelung sowie die Maschinen kennen. Absolventen sind hauptsächlich in der Produktion tätig. In der Bekleidungstechnik dreht sich alles um die Produktion von Bekleidung. Das schließt Heimtextilien aus. Die Studenten beschäftigen sich mit Bekleidungskunde, Proportionslehre und der Erstellung einer Kollektion. Absolventen arbeiten in der Bekleidungsindustrie im Bereich Entwurf, Schnittkonstruktion oder Kollektionszusammenstellung. Die Fachhochschulen bieten unterschiedliche Schwerpunkte für den angehenden Bekleidungsingenieur an, wie Garnerzeugung, Web- oder Vliestechnik, Maschenwaren oder textile Veredelungsverfahren. Deshalb ist es wichtig, sich vorher zu erkundigen, welcher Schwerpunkt wo angeboten wird. Teilweise gibt es auch im Studiengang Maschinenbau den Schwerpunkt der Bekleidungs- beziehungsweise Textiltechnik.

Der Berufsalltag
Der Bekleidungsingenieur braucht für seinen Beruf ein exaktes, analytisches Denken und eine präzise Arbeitsweise. Zudem ist sein Interesse für technische Angelegenheiten sowie für textile Materialien gefragt. Er sollte natürlich auch Freude an Mode und Modetrends haben, genauso wie ein räumliches Vorstellungsvermögen und Talent für die Anfertigung von Skizzen und (technischen) Zeichnungen. Der Bekleidungsingenieur arbeitet viel am Computer.

Jobmöglichkeiten
Jobs gibt es in der Bekleidungsindustrie, der Zulieferindustrie, dem Textilhandel, in Fachverbänden, Behörden oder in der Forschung. In der Herstellung ist es seine Aufgabe, die Produktion wirtschaftlich möglichst effizient zu gestalten. Hier kommen Aufgaben wie Überwachung und Qualitätskontrollen auf ihn zu. Er wird aber auch in anderen Bereichen wie dem Vertrieb eingesetzt. Trotz der Globalisierung der Bekleidungsindustrie besteht nach wie vor ein Bedarf an höher qualifizierten Fachkräften. Viele europäische Bekleidungsunternehmen verlegen ihre Produktion zwar in Niedriglohnländer, höher qualifizierte Tätigkeiten bleiben aber in Deutschland erhalten. Die tarifliche Bruttogrundvergütung kann 3.074 Euro bis 4.016 Euro im Monat betragen. Das Anfangsgehalt eines Bekleidungsingenieurs liegt in einer Spanne von unter 25.510 Euro bis 35.714 Euro und steigt jährlich um drei Prozent.