Um das Leitungsvermögen von Herz und Kreislauf festzustellen, wird in der Regel ein Belastungs-EKG durchgeführt. Somit können Herzerkrankungen festgestellt werden, deren Symptome sich nur unter einer gewissen körperlichen Anstrengung zeigen.
Funktionsweise
Das Belastungs-EKG unterscheidet sich kaum von der Funktionsweise des Ruhe-EKGs. Das Elektrokardiogramm misst die Summe der elektrischen Aktivität des Herzmuskels. Bei jedem Schlag des Herzens wird elektrische Spannung aufgebaut, die an der Körperoberfläche durch angebrachte Elektronen gemessen werden kann. Das EKG wertet die Spannung aus und zeigt das Ergebnis in Spannungskurven an. Anhand der Breite, Höhe und Richtung der Kurven kann somit festgestellt werden, ob der Patient unter einer Herzerkrankung leidet oder nicht. Das EKG zeigt nur eine Momentaufnahme der Herzaktivität. Der einzige Unterschied zum Ruhe-EKG besteht darin, dass das Belastungs-EKG unter einer körperlichen Belastung stattfindet.
Vorbereitung
Das Belastungs-EKG empfiehlt sich nicht für jeden Patienten. So darf es nicht durchgeführt werden, wenn der Proband kürzlich einen Herzinfarkt erlitt, eine Entzündung des Herzmuskels oder Bluthochdruck hat sowie unter Angina pectoris oder einem schweren Herzfehler leidet.
Zudem wird in der Vorbereitungsphase die Medikamenteneinnahme mit dem Arzt besprochen. In der Regel müssen sämtliche Arzneien, die Herz und Kreislauf beeinflussen, abgesetzt werden, damit die Ergebnisse nicht verfälschen.
Durchführung
Bevor das Belastungs-EKG durchgeführt, erstellt der Arzt im Vorfeld ein Ruhe-EKG, um die Werte später miteinander zu vergleichen. Für das Belastungs-EKG wird in der Regel eine Fahrradergometrie eingesetzt, die entweder im Sitzen oder im Liegen durchgeführt werden kann. Daneben ist auch ein Belastungstest auf dem Laufband möglich. Nun ändert der Arzt die Belastungsgrenze alle zwei bis drei Minuten um 25 oder 50 Watt. In der Regel dauert die Untersuchung nie länger als 10 Minuten.
Früher abgebrochen werden muss jedoch, wenn die Muskeln erschöpfen, eine maximale Herzfrequenz erreicht ist, der Blutdruck zu hoch steigt beziehungsweise zu sehr sinkt sowie Atemnot, Blässe und Schwindelgefühle eintreten. Zeigen sich Auffälligkeiten im EKG oder Herzrhythmusstörungen sowie Angina pectoris (Brustenge) muss die Untersuchung auch beendet werden.
Ziel der Untersuchung ist, die Herzfrequenz auf ein Maximum zu steigern, um aussagekräftige Aufzeichnungen zu ermöglichen.
Risiken
Zwar gilt das Belastungs-EKG als sicher, doch können in seltenen Fällen auch Herzinfarkte, Herzschwächen oder akute Herzrhythmusstörungen sowie Brustenge auftreten. Um im schlimmsten Fall schnell zu handeln und den Patienten zu behandeln, muss immer ein Arzt anwesend sein, der die Untersuchung beaufsichtigt.
Auch nach der Untersuchung können in einigen Fällen Komplikationen wie Brustenge und -schmerzen sowie Luftnot auftreten. Tritt dies ein, sollte sofort ein Arzt informiert werden.
Alternativen
Alternativ zum Belastungs-EKG können auch Belastungs-Echokardiogramme, Langzeit-EKGs sowie Herzkatheter-Untersuchungen durchgeführt werden.