Berechnung der großen Witwenrente - so gehts

Die Berechnung der großen Witwenrente ist gekoppelt an die Dauer der Ehe, das Alter der Witwe sowie an das Vorhandensein eines minderjährigen Kindes.


Wenn der Ehemann verstirbt, steht der Witwe die monatliche Auszah- lung einer bestimmten Geldsumme zu, wobei zwischen kleiner und großer Witwenrente unter- schieden werden muss. Die Berechnung der großen Witwenrente erfolgt auf- grund gewisser Voraus- setzungen und wird nur unter bestimmten Bedingungen an die Hinter- bliebene überwiesen.

 

Berechnung der großen Witwenrente: diese Kriterien müssen erfüllt sein

  • Eine hinterbliebene Ehefrau hat dann Anspruch auf die große Witwenrente, wenn die Ehe mindestens ein Jahr bestanden hat, außer es ist konkret auszuschließen, dass die Ehe nicht nur zum Zweck der Absicherung des Partners geschlossen wurde.

 

  • Ein weiteres Kriterium ist, dass der verstorbene Gatte die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben muss. Außerdem ist zwingend erforderlich, dass die Witwe entweder erwerbsgemindert ist, ein minderjähriges waisenrentenberechtigtes Kind erzieht, in häuslicher Gemeinschaft für ein behindertes Kind sorgt oder das 45. Lebensjahr vollendet hat.

 

  • Ist keine dieser drei Bedingungen erfüllt, steht der Witwe nur die kleine Witwenrente (25 Prozent der Rente des Versicherten) zu, die auf zwei Jahre befristet ist. Kein Anspruch auf die Witwenrente besteht, wenn ein Rentensplitting durchgeführt wurde.

 

 

Diese Summe steht der Hinterbliebenen zu

  • Die große, wie auch die kleine Witwenrente beträgt in den ersten drei Kalendermonaten nach dem Tod des Ehemannes, im sogenannten Sterbevierteljahr, 100 Prozent der Rente des Versicherten. Danach erhält die Bezugsberechtigte der großen Witwenrente 55 Prozent der Rente, die Einkünfte der Witwe werden jedoch auf die Rente angerechnet. Man kann außerdem einen Zuschlag für die Kindererziehung zur Rente beantragen.

 

  • Eingestellt wird die Zahlung bei erneuter Heirat der Bezugsberechtigten, und zwar in dem Monat, in dem die Ehe geschlossen wird. Die Witwe hat allerdings Anspruch auf eine einmalige Abfindung in Höhe von dem 24-fachen des Monatsbeitrags der Rente. Sollte diese neue Beziehung wieder geschieden oder für nichtig erklärt werden, kann die Witwenrente wieder aufleben – dieser Bezug nennt sich „Rente nach dem vorletzten Ehegatten“. Heiratet die Witwe jedoch erneut und wird wieder geschieden, lebt die Witwenrente nicht noch einmal auf.

 

  • Nach der Berechnung der großen Witwenrente muss diese noch beantragt werden, da sie nicht automatisch ausbezahlt wird.