Bereitstellungszinsen - wann müssen diese gezahlt werden

Bereitstellungszinsen als Parkgebühren für abrufbereite Darlehen.


Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Haus zu bauen, hat in der Regel auch die Frage nach der Finanzierung zu klären. Auf Grund der zusätzlichen Position der Bereitstellungszinsen wird die Auswahl noch etwas schwieriger.

Begründung und Ursachen für Bereitstellungszinsen
Durch diesen Zins unterscheidet sich die Neubaufinanzierung in einem wesentlichen Punkt von der Finanzierung einer bereits fertig gestellten Immobilie. Das Darlehen wird zur Begleichung des Kaufpreises nicht in einer Summe ausgezahlt. Der Bauträger erhält den Kaufpreis in Raten entsprechend des Baufortschrittes. Die Regelung dafür findet sich in der Makler- und Bauträgerverordnung. Die Finanzierung eines Neubaus beinhaltet neben dem Zins, dem Disagio und sonstigen Gebühren auch die Position der Bereitstellungszinsen. Es handelt sich hier aber nicht um Zinsen im klassischen Sinn, sondern um eine Art Entgelt, und wird daher auch bei manchen Banken als Bereitstellungsprovision bezeichnet. Aus diesem Grund fließen diese Kosten nicht in die Berechnung des Effektivzinses mit ein.

Warum erhebt eine Bank Bereitstellungszinsen?
Das Institut kalkuliert ab dem Zeitpunkt der Darlehenszusage mit einem Zinsertrag, der auf einen bestimmten Darlehensteil ab Auszahlungszeitpunkt fällig wird. Ruft der Darlehensnehmer den Darlehensteilbetrag jedoch nicht ab, ist das Geld für die Bank zwar gebunden, aber sie hat keinen Zinsertrag daraus. Bei Darlehenszusage wurde beispielsweise kalkuliert, dass die erste Darlehensrate nach Fertigstellung des Kellers erfolgt. Witterungsbedingt kann der Bauträger den Keller erst vier Wochen später als kalkuliert fertig stellen. Daher zahlt der Bauherr auch die erste Rate erst vier Wochen später, benötigt das Darlehen also in der Zwischenzeit nicht. Das Geld ist bei der Bank geparkt, ohne einer anderen Verwendung zugeführt werden zu können.

Auswirkungen auf die Auswahl des finanzierenden Instituts
Die Handhabung der Bereitstellungsprovision variiert innerhalb der Geldinstitute signifikant. Es gibt Unternehmen am Markt, die bereits ab dem ersten Monat Bereitstellungszinsen verlangen, aber dafür in sehr geringer Höhe, andere Institute sind bereit, eine Karenzzeit von bis zu drei Monaten einzuräumen. Andere Geldgeber räumen bis zu 360 zinsfreie Tage ein. Wer auf der Suche nach einem Baufinanzierungsdarlehen ist, hat also nicht nur den Vergleich nach geforderter Eigenkapitalquote, Effektivzins und der möglichen Dauer der Zinsfestschreibung zu vergleichen. Höhe und Beginn der Bereitstellungszinsen sind ein weiterer Faktor.