Berlinerisch für Anfänger: so jeht´s

Die Berliner Sprache ist im Grunde simpel, jedoch sollte beachtet werden, dass nicht jeder Berliner es mag, wenn sein Berlinerisch nachgekünstelt wird.


Einige Wörter oder Wortgruppen sind nicht schlimm und zuweilen auch amüsant, aber wenn das Ganze zu krampfig wirkt, dann erntet man eher Gespött, auch wenn man es eigentlich gut gemeint hat. Nachfolgend finden sich die einfachsten Regeln wieder:

1. Das G wird durch ein J getauscht. So heißt es dann nicht „ Geräuschlos“, sondern „ Jeräuschlos“.
2. Die Berliner Sprache klingt cool und gelassen, aber auch teilweise etwas arrogant. Aus dem Grund werden Floskeln wie „ Ey watn los Kundä“ in Berlinerkreise nicht übel genommen, sondern werden gedanklich übersetzt zu „Hey wie geht’s dir? Was gibt es neues?“
3. Dieser Dialekt kürzt auch einfach mal einige Wörter oder Buchstaben weg. Demzufolge wird aus „Hey was ist denn los?“ ein kurzes „ Watn?“ oder aus „Apfel“ wird „ Appel“.
4. Einige Wörter im Berlinerisch klingen aggressiv, sind es aber nicht. So sind gängige Wörter „Kunde“ für Junge, „Olle“ für Frau oder auch „Tattergreis“ für alter Mann.

Bekannte Orte um Berlinerisch zu hören
Um einen Dialekt oder eine Sprache zu lernen, ist es oftmals hilfreich, sie zu hören. Berlinerisch hören kann man inzwischen nur noch in den eingesessenen Stadtteilen, weil die Innenstadt mit so vielen Touristen und Wahlberlinern überflutet ist, dass man alles hört an Sprachen, aber kaum Berlinerisch. Bekannte Stadtteile um diesen Dialekt zu hören sind: Marzahn, Hellersdorf, Lichtenberg und die Wohnviertel rund um den Alexanderplatz.
Zudem sprechen auch viele Sehenswürdigkeitenführer diesen Dialekt, um den Besuchern ein gesundes Berliner Feeling zu geben. So gibt es beim Fernsehturm einige Führer die noch diesen Dialekt verwenden, aber auch im Bundestag hört man ab und an einen Berliner Führer sprechen.
Zusätzlich können bei Rundfahrtunternehmen per Schiff oder Bus extra Führer auf vorherige Anfrage gebucht werden, die dann Berlinerisch sprechen.

Lernen durch Bücher und Kurse
Inzwischen gibt es in Berlin viele Privatlehrer die einem das Berlinerisch beibringen. Dabei spricht der Lehrer dann zum Beispiel “Ick liebe dir!“ vor und die Schüler sprechen nach. Zudem wird einem auch die Grammatik näher gebracht.