Bernhard Heisig - ein Portrait

Bernhard Heisig gilt als einer der bedeutendsten Künstler und Dozenten der DDR, der es sogar bis in die SED-Bezirksleitung in Leipzig schaffte


Bernhard Heisig wurde 1925 in Breslau geboren und kam schon früh mit künstlerischen Zirkeln in Kontakt. Sein Vater war selbst Maler und bildete seinen Sohn früh in der Kunst aus. Während des Zweiten Weltkriegs lernte er zunächst an der Kunstgewerbeschule in Breslau, trat aber schon früh in die Jugendabteilung der Reichswehr ein. Als Panzersoldat kämpfte der künftige Maler unter anderem in Belgien und Frankreich. Der Kampf um Breslau war für ihn sehr prägend, insbesondere weil er in sowjetische Gefangenschaft kam, was zu seiner späteren DDR-Staatsbürgerschaft führte. Die Kriegsjahre waren insgesamt ausgesprochen prägend für Bernhard Heisig. In der Folge des Zweiten Weltkriegs trat er schon 1947 in die SED ein und wurde ein kommunistisch linientreuer Künstler.

Kunst für die DDR
In der DDR verfolgte er seine Ausbildung weiter und arbeitete später in Leipzig als freischaffender Künstler. Er zählt zum bekannten Leipziger Künstlerkreis, der in jenen Jahren maßgeblich den Ton in der DDR-Kunst angab. Seine Zeichnungen beschäftigten sich vor allem mit der Revolution und der Pariser Kommune. In den 50er Jahren machte er auch als Dozent Karriere. Er lehrte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, wo er ab 1961 als Professor tätig war. Später wirkte Bernhard Heisig ebenfalls als Rektor der Hochschule und war lange Zeit Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler der SED in Leipzig.

Abkehr vom Bitterfelder Weg
Anfang der 60er kritisierte Heisig harsch den „Bitterfelder Weg“, welcher als kulturpolitisches Programm der DDR galt und eine sozialistische Nationalkultur schaffen sollte. Als Folge verlor er seine Ämter, konnte jedoch weiterhin als Dozent tätig sein. Dies gab er Ende der 60er Jahre zugunsten seiner Freiberuflichkeit wieder auf. Erst unter Erich Honecker erhielt Bernhard Heisig eine Chance auf Rehabilitierung: Er wurde wieder als Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler eingestellt und stieg in dem Organ bis zur Vizepräsidentschaft der DDR auf. Unter Honecker galt er wieder als linientreuer Künstler und war sogar in der SED-Bezirksleitung von Leipzig vertreten. Heisig schaffte einige der bedeutendsten kommunistischen Kunstwerke der DDR, wie das Wandbild „Gestern und in unserer Zeit“. Erwähnenswert ist auch, dass sich Helmut Schmidt von Bernhard Heisig 1986 für die Kanzlergalerie porträtieren ließ.