Bernsteinzimmer: Geschichte

Wenige Themen der Weltgeschichte sind allen Bemühungen zum Trotze bis heute ungelöst, dazu zählt auch der endgültige Verbleib des Bernsteinzimmers wird wohl für immer ungeklärt bleiben.


Ob der genaue Standort von Atlantis oder der heilige Gral, auch das verschollene Bernsteinzimmer gehört zu den faszinierenden Rätseln der Menschen. Vielfältige Thesen wuchern um diese Fragen, unwiderlegt und unbestätigt. Es ist Thema unzähliger Bücher und in mehreren Verfilmungen verarbeitet. Trotzdem bietet das Bernsteinzimmer der Phantasie nach wie vor breiten Spielraum.

Historischer Hintergrund

Ursprung des legendären Zimmers ist eine Auftragsarbeit von Andreas Schlüter für den König von Preußen. Friedrich I. ließ Wandverkleidungen aus Bernstein für sein Charlottenburger Schloss in Berlin fertigen. Mehrere Bernsteinmeister waren an diesem Großprojekt beteiligt. Im Jahre 1717 wird es dem russischen Zaren Peter geschenkt. Der lässt die Verkleidungen in Katharinenpalast in Zarskoje Selo (bei St. Petersburg) aufbauen und durch den italienischen Architekten Rastrellin erweitern. Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges nach Besetzung durch die Sowjets erobern die Deutschen das Schloss und lassen 1941 die Vertäfelungen demontieren. Hier endet die offizielle und bestätigte Geschichte des Zimmers. Die Verladung, der Transport und die endgültige Verbringung existieren in mündlichen Überlieferungen, Zeitzeugenberichten und verschiedenen Thesen. Bis heute sind lediglich wenige Teile aus dem Bernsteinzimmer aufgetaucht, der Hauptteil bleibt verschollen.

Thesen und Theorien

Ist das Bernsteinzimmer in den Ruinen des Palastes verbrannt? Wurde es von der Deutschen Wehrmacht abtransportiert und versteckt? Oder liegt es sicher verpackt in großen Kisten unterirdisch in Geheimgängen oder Stollen und wartet auf seine Bergung? Viele Zeitdokumente verweisen auf die einzelnen Theorien, aber trotz vielfältiger Grabungen und einer Großzahl von Schatzjägern ist kein Standort bestätigt. Beinahe 4.000 Bücher beschäftigen sich mit diesem Thema. Bedenkt man den ungeheuren Wert der Wandverkleidungen, ist auch das Interesse der Öffentlichkeit für das Bernsteinzimmer verständlich. Skurrile Internetseiten verbreiten jeden neuen Hinweis und jede noch so abstruse Vermutung. Selbst ein Online-Roman (in Fortsetzungen verbreitet) ist zu finden.
Am Originalstandort wurde seit 1976 viele Jahre an einer exakten Kopie des Zimmers gearbeitet. Fertig gestellt kann das Bernsteinzimmer seit 2003 in seiner wahrscheinlich originalen Pracht im Katharinenpalast besichtigt werden. Die Rekonstruktion fand aufgrund von zahlreichem Fotomaterial und Skizzen statt, und verarbeitete etwa sechs Tonnen des kostbaren Materials. Als „achtes Weltwunder“ hat so zumindest die Replik ihren Standort gefunden.