Berufswahl: Als Geisteswissenschaftler einen Job finden

Generell ist es für Geisteswissenschaftler schwierig, nach ihrem schöngeistigen Studium einen passenden Job zu finden.


Für viele Geisteswissenschaftler ist es recht schwer, sofort nach dem Studium den richtigen Job zu finden. Diese Schwierigkeiten liegen aber nicht, wie vielleicht vermutet, ausschließlich an der Wirtschaftskrise, die Problematik bestand schon immer. Während beispielsweise naturwissenschaftlich ausgebildete Absolventen relativ schnell an ein passendes Berufsmodell gelangen, das ihnen bereits nach kurzer Berufserfahrung auch ein adäquates Gehalt garantiert, brauchen Geisteswissenschaftler im direkten Vergleich wesentlich länger für diese Schritte. Ein Beruf als Geisteswissenschaftler scheint schwer zu finden und die Angst vor Arbeitslosigkeit greift nicht selten um sich.

Wieso Geisteswissenschaften?
Diejenigen, die sich für ein Studium mit einem kulturellen, sprachlichen oder auch religiösen Hintergrund entscheiden, tun dies nur selten aus Prestigegründen. Stattdessen handelt es sich bei diesen Studenten um Idealisten, die einen eigenen Beitrag zu ihrer Kultur beitragen wollen, nicht selten bleiben sie daher auch an den Universitäten, um zu promovieren und ihr Leben in den Dienst der Lehre und Forschung zu stellen.
Bei den Geisteswissenschaften geht es schließlich darum, unter anderem zwischen verschiedenen Kulturen zu vermitteln und gleichzeitig die Gesellschaft zu analysieren. Ein Auftrag, der in der schnelllebigen Wirtschaftswelt von heute kaum Platz findet – und daher scheinbar auch nicht genügend Arbeitsplätze bietet. Dabei sollten Geisteswissenschaftler sehr begehrte Arbeiter sein, haben sie ihr Studium doch zumeist aus regem Interesse absolviert und nicht um später einmal ausreichend Geld zu verdienen. Es sollte bekannt sein, dass Gelerntes, das gerne und interessiert gelernt wurde, wertvoller ist, als Stoff, mit dem man sich nur widerwillig beschäftigt hat. Zudem verfügen Geisteswissenschaftler über sogenannte Schlüsselqualifikationen: Sie lernen schnell, sind sehr kommunikativ, Organisationstalente und Analysten. Dennoch ist es für sie gerade in der Privatwirtschaft schwer, Fuß zu fassen.

Möglichkeiten nach dem Studium
Auch wenn es schwierig ist, einen passenden Beruf als Geisteswissenschaftler zu finden, unmöglich ist es nicht. Es erfordert einfach nur mehr Einsatz und mehr Durchhaltevermögen. Auch wenn das primäre Ziel nicht das Geldverdienen an sich ist, sollte man sich aber keinesfalls darauf einlassen, seine Arbeitskraft zu billig zu verkaufen. Gerade weil sich viele zu einem Quereinstieg in andere Branchen – vornehmlich im Bereich der Medien – entscheiden, lassen sie sich als Praktikanten beziehungsweise günstige, aber sehr gut ausgebildete Kräfte nahezu ausbeuten. Auch wenn Praktika heute einen wichtigen Teil auf dem Weg ins Berufsleben darstellen, sollte nicht der gesamte Lebenslauf damit gefüllt sein. Stattdessen sollten Absolventen, die zum Beispiel Sprachen studiert haben, überlegen, ob eine Dolmetschertätigkeit oder die Aufgabe eines freien Übersetzers nicht das richtige wären. Auch über Jobangebote im Ausland sollte man sich informieren und gegebenenfalls einen Umzug in Erwägung ziehen. Weitere Möglichkeiten für einen Job als Geisteswissenschaftler liegen in der pädagogischen Arbeit, die meisten Lehramtsstudenten bleiben auch tatsächlich ihrer Linie treu und gehen nach dem Studium ins Referendariat. Selbstständig kann man sich natürlich auch machen – hier muss man sich dann aber der Konkurrenz bewusst werden und vor allem eine gute Idee haben!

Welche Berufswahl Geisteswissenschaftler treffen können, stellen wir von Hilfreich im Folgenden vor.