Beruhigungstabletten: Wirkungsweise und Risiken

Beruhigungstabletten geben Patienten Hoffnung auf Heilung – die Behandlung endet jedoch auch häufig in einem Teufelskreis.


Beruhigungstabletten, auch Tranquilizer genannt, sind in Deutschland die am häufigsten verschriebenen Psychopharmakon. Über eine halbe Million Menschen sind von Beruhigungstabletten abhängig, wobei die meisten völlig unbeabsichtigt in eine Sucht geraten sind.
Jährlich werden über eine Milliarde Beruhigungsmittel vom Typ Benzodiazepin verordnet. Noch weitere beliebte Tranquilizer sind unter anderem Valium, Librium, Adumbran, Lexotanil und Tavor.

 

Körperliche Beschwerden, Ängste und Überforderung werden genommen

Ein harmloser Gang zum Arzt wegen Ängste und Überforderung sowie körperlicher Beschwerden bringt das Unheil ins Rollen. Der Mediziner stellt die Diagnose Angstneurose, psychosomatische Beschwerden oder vegetative Dystonie und verschreibt daraufhin ein Beruhigungsmittel um die Ängste zu lösen und Entspannung herbeizuführen. Der Arzt vergisst jedoch den Patienten ausführlich über die Risiken der Beruhigungstabletten aufzuklären und leichtsinnig konsumiert dieser dann das Medikament um die Beschwerden loszuwerden.

Wirkung und Risiken

Tranquilizer wirken beruhigend, entspannend und angstlösend. Sie helfen bei einer Vielzahl von psychischen und seelischen Störungen. Mit der Zeit gewöhnen sich die Patienten an diese Erleichterung, das Leben erscheint einfacher, sie fühlen sich belastbarer und die Leistungsfähigkeit steigt. Sie greifen nun immer öfter in schwierigen Situationen zu diesen Pillen und nach einiger Zeit gewöhnt sich auch der Körper an die Beruhigungstabletten. Die Abhängigkeit ist mittlerweile eingetreten, was das größte Risiko darstellt.
Es erscheinen die ersten Entzugserscheinungen, wenn der Körper seine Beruhigungstablette nicht bekommt. In den ersten vier bis sechs Wochen nach Einnahmebeginn ist die Wirkung der Tranquilizer am Stärksten und eine höhere Dosis wirkt nicht mehr um die Ängste loszuwerden. Viele Menschen nehmen nicht selten 50 bis 80 Stück Beruhigungstabletten täglich – sie können schon nicht mehr ohne sein.

Schlimme Folgen

Konzentrationsstörungen erscheinen, die Ängste kommen zurück und der Patient fühlt sich auch nicht mehr belastbar. Gefühle kommen nicht mehr an und der Abhängige kann auch keine Gefühle mehr zeigen. Die Beruhigungstabletten werden dann eingenommen um die Entzugserscheinungen wie Schlaflosigkeit und innere Unruhe loszuwerden. Der Teufelskreis hat an diesem Punkt schon längst seinen Lauf genommen. Werden die Beruhigungstabletten noch mit Alkohol eingenommen, steigt das Risiko Sterblichkeitsrate auf das 2,5-fache an. Depressionen bleiben oft nicht aus und dem Körper kann jetzt nur noch mit einer Entgiftung geholfen werden.