Besser sehen durch Karotten?

Karotten gegen Kurzsichtigkeit: Kann das Gemüse wirklich helfen, dass wir besser sehen?


Die Vormutung, dass wir durch den Verzehr von Karotten besser sehen können, ist eines dieser Beispiele, die zeigen, wie aus einem Körnchen Wahrheit eine Falschaussage entstehen kann. Denn wahr ist, dass Karotten tatsächlich positive Effekte auf unser Sehvermögen haben, eine Verbesserung bestehender Fehlsichtigkeiten, etwa der Kurz- oder Weitsichtigkeit ist mit dem Konsum des orangen Gemüses aber nicht möglich.

Mikronährstoffe für das Auge
Karotten enthalten eine hohe Anzahl der sogenannten Carotinoide. Das sind die Substanzen, die unserem Obst und Gemüse die fröhlich bunten Farben verleihen. Eine, wenn nicht sogar die bekannteste dieser farbgebenden Stoffe ist das Beta-Carotin. Andere prominente Vertreter sind Lutein und Zeaxanthin. Die beiden letztgenannten bilden den Gelben Fleck (Makula lutea) in der Netzhaut. Bei der Makula handelt es sich um den Punkt mit der größten Sehzellendichte. Da der Körper all diese Mikronährstoffe nicht selbst bilden kann, muss man sie mit der Nahrung aufnehmen. Viele Obst- und Gemüsesorten eignen sich hervorragend dazu. Spinat, Grünkohl, Spinat aber eben auch Karotten verfügen über besonders viel dieser Substanzen. Und hier stößt man auf das nächste Missverständnis, denn Karotten weisen nur einen sehr geringen Anteil der positiven Carotinoide auf- etwa 0,26 Gramm Lutein, während beispielsweise Grünkohl ein wahrer Luteingigant ist (21,9 Gramm pro 100 Gramm).

Aufgabe der Carotinoide
All diesen Farbstoffen kommen wichtige Aufgaben im menschlichen Organismus zu. Sie fungieren zum einen als Antioxidanzien, das heißt, sie vermindern die schädlichen Einflüsse, die die Umwelt auf unseren Körper ausüben. Dieser oxidative Stress, unter anderem UV-Strahlung, Nikotin oder Alkohol, kann durch die tägliche Dosis Obst und Gemüse - empfohlen wird, fünf mal täglich zu den Vitaminbomben zu greifen - deutlich gemindert werden. Zum anderen ist vor allem Lutein als Radikalfänger verantwortlich; es bindet die schlechten Substanzen und macht sie unschädlich.

Vitamin A: Besser sehen in der Dunkelheit
Karotten sind vor allem reich an Beta-Carotin. Dieser Mikronährstoff wird bei Bedarf vom Körper in Vitamin A umgewandelt. Aus diesem Grund wird es auch als Provitamin A bezeichnet. Vitamin A ist Baustein von Rhodopsin, dieses spielt eine elementare Rolle bei der Fähigkeit, Hell und Dunkel voneinander zu unterscheiden. Erhebliche Mängelzustände äußern sich in der Nachtblindheit. Hierbei vermag der Betroffene bei schlechten Lichtverhältnissen nicht mehr deutlich zu sehen, in der Nacht ist das Sehen sogar gänzlich unmöglich. Erworbene Formen dieser Erkrankungen können mit der Gabe von Vitamin A in Form von Nahrungsergänzungen schnell behoben werden. Möchte man Beta-Carotin in natürlicher Form konsumieren, ist darauf zu achten, dass Carotinoide fettlöslich sind, das heißt, nur die kombinierte Aufnahme aus Karotte und Fetten ermöglicht, dass alle positiven Inhaltsstoffe auch wirklich im Körper ankommen. Auch sollten alle Lebensmittel möglichst roh genossen werden, da alle Zubereitungsarten - allen voran die Mikrowelle - den Anteil an Carotinoiden erheblich senken.

Altersbedingter Makuladegeneration (AMD) vorbeugen
Aufgrund der veränderten Altersstruktur leiden heute viel mehr alte Menschen an AMD als noch vor Jahren. Diese Augenerkrankung, dessen Ursache bislang nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, äußert sich durch einen schleichenden Sehverlust. Zuerst erscheinen gewohnte Dinge im täglichen Umfeld anders als gewohnt- Linien beispielsweise sehen aus wie Wellen, im weiteren Verlauf der Krankheit sterben immer mehr Sehzellen ab, das Blickfeld wird trübe, in der Spätphase können nur noch Umrisse wahrgenommen werden. Diverse Studien fanden heraus, dass man mit der gezielten Einnahme von Nahrungsergänzungspräparaten die Dichte der Makula entscheidend verbessern kann. Viele Forscher bestätigen, dass carotinoidreiche Lebensmittel eine effektive Vorbeugung dieser degenerativen Erkrankung darstellen, auch anderen altersbedingten Krankheiten, wie etwa dem Katarakt, kann mit den geeigneten Lebensmitteln entgegengewirkt werden.