Bestattungskosten - Wer muss für die Beerdigung aufkommen?

Bestattungskosten sind Pflichtkosten für die Familie, aber wenn ein geliebter Mensch stirbt, wird die Frage nach den Finanzen oft als pietätlos empfunden.


Trotzdem müssen die bei eine Bestattung entstehenden Kosten getragen werden und üblicherweise ist hier die Familie des Verstorbenen in der Pflicht. Der Gesetzgeber sieht grundsätzlich vor, dass die Bestattungskosten vom gesetzlichen Erben übernommen werden müssen. Das bedeutet, wer vom Verstorbenen als Erbe eingesetzt wurde und es angenommen hat, ist dazu auch verpflichtet, die Kosten der Beerdigung zu tragen. Wenn ein Testament vorliegt, wird der darin genannte Erbe zur Übernahme der Kosten aufgefordert, doch auch ohne Testament, muss die Familie in den meisten Fällen die Bestattungskosten bezahlen. Weigern sich alle Mitglieder, kommt die gesetzliche Erbfolge zum Tragen, um die Kostenübernahme zu klären. Aber auch wenn niemand das Erbe antreten will, ist die Familie des Verstorbenen dazu verpflichtet, die Kosten der Beerdigung zu übernehmen.

Wer ist der gesetzliche Erbe?
In erster Linie sind die nächsten Verwandten eines Erblassers erbberechtigt, wenn kein gültiges Testament vorliegt. Kinder, Enkel, Eltern oder Geschwister stehen hier in der Erbfolge an erster Stelle. Dabei werden die möglichen Erben in eine Erbenordnung eingeteilt. Abkömmlinge des Erblassers, also seine Kinder zählen zur ersten Ordnung, Eltern und Geschwister samt Neffen und Nichten stuft das Gesetz in die zweiten Ordnung und anschließend folgen Großeltern und weitere Verwandte. Das Erbschaftsamt ermittelt den gesetzlichen Erben und informiert ihn auch über seine rechtlichen Möglichkeiten, denn ein Erbe kann auch ausgeschlagen werden.

Wer zahlt, wenn das Erbe ausgeschlagen wurde?
Jeder mögliche Erbe hat die Möglichkeit, das Erbe anzunehmen oder auszuschlagen. Nimmt er das Erbe an, ist er automatisch dazu verpflichtet, vorhandene Außenstände des Toten zu tilgen und er muss auch die Kosten für dessen Beerdigung übernehmen. Schlagen alle Familienmitglieder das Nachlassvermögen einer Person aus, sind sie zwar nicht verpflichtet, dessen Außenstände zu tilgen, allerdings müssen sie trotzdem die Bestattungskosten tragen. Der Gesetzgeber sieht vor, dass Ehegatten und erwachsene Kinder die „Bestattungspflicht“ haben und wenn ihre finanziellen Mittel es zulassen, diese auch wahrnehmen müssen. Nur in Ausnahmefällen kann der Staat die Bestattungskosten übernehmen und für eine sogenannte Sozialbestattung sorgen. Dabei wird ein Verstorbener meist eingeäschert und in einer Urnenwand oder einem Gräberfeld ohne namentlich gekennzeichnete Grabstelle beigesetzt.