Bestattungsvorsorge: Pro und Contra

Auch, wenn sich eine Sterbegeldversicherung zur Bestattungsvorsorge zuerst gut anhört, lauern doch einige Fallen, die Ihr frühzeitiges Grab bedeuten könnten.


Wenn sich das Jahr gen Ende neigt, dann werden wir nicht nur von der Konsumindustrie mit mehr Werbung für alles mögliche bombardiert, sondern auch von Versicherungsunternehmen bezüglich unserem anscheinend baldigen Ableben. Schon oft ist es vorgekommen, dass auch Mitvierzigern, die sich hervorragender Gesundheit erfreuen, ein Brief ins Haus flattert, mit der Aufforderung doch am besten sofort eine Versicherung zur Bestattungsvorosrge abzuschließen, die sicherstellt, dass auch im Falle eines Ablebens die Beerdigung bezahlt werden kann. Das Ganze ohne großen monatlichen Kostenaufwand und vor allen Dingen ohne Gesundheitscheck. Alles ganz einfach, suggerieren da die nett und dringend formulierten Anschreiben. Nur was steckt wirklich dahinter? Experten, sowie Stiftung Warentest haben sich in der Vergangenheit schon mehrfach mit dem Thema Sterbegeldversicherungen auseinandergesetzt und haben einiges gefunden, was zur Vorsicht mahnt. Hier ein kurzer Ausflug in die Pros und Contras der Versicherung im Sterbefall.

Contra Risiko!
Vorneweg sei gesagt, dass eine Sterbegeldversicherung keine Kapitalversicherung ist, in der ein Betrag angespart und dann ausbezahlt wird. Vielmehr ist diese Versicherung eine ausgedünnte Variante der Risikolebensversicherung. Wer nicht weiß, um was es sich bei letzterer handelt, dem sollte eines bewusst sein: Bei einer Risikoversicherung erfolgt keine oder nur eine vorübergehende Kapitalbildung. Das heißt, egal, wie viel Geld man einzahlt oder wie wenig; ausbezahlt wird nur der Betrag, der in der Police festgesetzt wurde. Womit auch schon der erste negative Aspekt einer Sterbegeldversicherung aufgetan ist, denn die Versicherungssummen übersteigen meistens nicht die 10.000 Euro. Schließt man einen Vertrag also schon früh ab, bekommt man im Falle seines Ablebens weitaus weniger ausbezahlt, als eigentlich an monatlichen Beiträgen geleistet wurde. Denn, und das sollte auch beachtet werden, das meiste Geld geht für den Risikoschutz der Versicherung drauf. Eine solche Versicherung würde sich also nur dann lohnen, wenn ein baldiges Ableben bevorsteht.

Auf Extraklauseln achten
Ein weiterer Punkt, sollte nicht unterschätzt werden. Die meisten Verunsicherungen schützen sich selbst, indem sie die Auszahlung der kompletten Versicherungssumme in den ersten drei Jahren verweigern. Stirbt also der Versicherungsnehmer frühzeitig, so können die Hinterbliebenen nur mit der Auszahlung der geleisteten Beiträge rechnen. Oftmals ist es sogar so, dass sich die Versicherungsgesellschaft dadurch schützt, dass sie ein Klausel festsetzt, in der steht, dass lediglich 50 Prozent der geleisteten Beiträge zurückgezahlt werden müssen.
Die volle Versicherungssumme wird meist nur nach dem vierten Jahr ausgezahlt.

Kritik: Wer will hier gewinnen?
Schützen Sie sich also vor Abzocke und lassen Sie sich genau darüber informieren, was an Leistungen Ihrerseits zu erbringen ist und welche Versicherungssumme letztendlich geboten wird. Gerade ältere Menschen werden oftmals mit gut klingenden Angeboten gelockt, müssen dann aber dennoch Verträge teuer kaufen und viel Geld bezahlen, da mit der Höhe des Eintrittsalters, das Risiko für die Versicherung steigt, die gesamte Summe frühzeitig auszahlen zu müssen.

Wenn Versicherung, dann muss alles stimmen!
Eine Sterbegeldversicherung kann natürlich auch sehr nützlich sein, wenn alle Faktoren stimmen. Hierzu muss eine Versicherung beauftragt werden, die keine Exraklauseln unterschlägt und bei der die 3-Jahres-Regelung nicht in Erscheinung tritt. Außerdem sollte der monatliche Beitragssatz niedrig sein und der Vertrag allgemein so früh oder spät abgeschlossen sein, damit das eingezahlte nicht das letztendlich Ausbezahlte übersteigt. Denn egal, ob man mit 81 stirbt oder noch mehr als 100 Jahre alt wird; wenn nur 5.000 Euro festgesetzt wurden, so wird auch nur dies ausbezahlt. Misstrauisch sollten Sie bei Versicherungen, die ihnen solche Angebote machen, allemal sein. Denn ohne Gesundheitscheck steht im Kleingedruckten meist, dass Sie in den ersten drei Jahren nur auf einen Unfalltod versichert sind, nicht aber auf einen plötzlichen Krebstod, rät die Verbraucherschutzzentrale. Auch Stiftung Warentest meint: „Die Sterbegeldversicherung ist ein einziges Renditegrab!“

Alternative Bank
Besser beraten sind Sie bei solch einer Bestattungsvorsorge bei Ihrer Bank, denn wenn Sie monatlich einen geringen Betrag von 40 Euro auf einem zinsstarken Konto anlegen, so können Sie mit weitaus mehr Geld eine Beerdigung finanzieren und so Ihre Familie und die Hinterbliebenen unterstützen.