Besuchsrecht bei unehelichen Kindern - Rechtliches

Wie das Besuchsrecht bei unehelichen Kinder gesetzlich geregelt ist und wie Sie es im Sinne aller Beteiligten am besten umsetzen.


Trennt sich ein Paar mit Kindern, ist das für die ganze Familie ein großer Einschnitt in ihr Leben. Das getrennt lebende Elternteil hat jedoch auch weiterhin ein Besuchsrecht bei unehelichen Kindern, das er in Absprache mit dem anderen Elternteil oder in schwierigen Situationen mit Hilfe des Jugendamts oder Gerichts wie folgt durchsetzen kann.

Gesetzliche Voraussetzungen zum Besuchsrecht bei unehelichen Kindern

  • Grundsätzlich wird beim Besuchsrecht nach einer Trennung der Eltern nicht mehr zwischen ehelichen und unehelichen Kindern unterschieden. Wurde die Vaterschaft anerkannt, hat das nicht mit dem Kind zusammenlebende Elternteil das Recht und die Pflicht, Kontakt zu seinem Kind zu halten.Das Besuchsrecht ist synonym mit dem auch häufig zu findenden Begriff „Umgangsrecht“.
  • Etwas ganz anderes und vom Besuchsrecht unabhängig ist das Sorgerecht. Letzteres muss von Mutter und Vater gemeinsam übernommen worden sein, damit der Vater auch nach der Trennung ein Mitspracherecht bei das Kind betreffenden Entscheidungen hat. Nur knapp die Hälfter aller nicht verheirateten Eltern teilen sich jedoch die gemeinsame Sorge für das Kind.

Vereinbarung über das Besuchsrecht mit dem anderen Elternteil

  • Der Gesetzgeber schreibt zwar ein grundsätzliches Besuchsrecht bei unehelichen Kindern vor und empfiehlt besonders bei kleinen Kindern regelmäßigen sowie häufigen Kontakt, allerdings macht er keine festen Angaben zur Form des Umgangs. Es ist an den Eltern, eine individuelle Absprache zu finden.
  • Als häufige Form des Besuchsrechts, und mittlerweile eine Art Richtlinie, hat sich durchgesetzt, dass Kinder alle 14 Tage von Freitag bis Sonntag sowie die Hälfte der Urlaubszeit beim getrennt lebenden Elternteil verbringen sollten beziehungsweise dürfen. Ob es nun diese oder eine andere Regelung ist, im besten Fall können sich die Eltern gemeinsam und im Guten einigen.

Die Eltern können sich nicht einigen

  • Leider klappt eine alle Beteiligten zufriedenstellende Absprache nicht immer harmonisch, manchmal sogar überhaupt nicht. Ist dies der Fall oder wird einem Elternteil der das Besuchsrecht bei unehelichen Kindern völlig verwehrt, ist das Jugendamt erster Ansprechpartner. Viele scheuen diesen Gang, allerdings ist es ratsam, nicht zu viel kostbare Zeit verstreichen zu lassen. Gerade Kleinkinder „vergessen“ einen schnell.
  • Das Jugendamt tritt zunächst als Vermittler auf, spricht mit Eltern und Kindern, gibt Tipps und hilft, Kompromisse zu finden. Meistens kann an dieser Stelle auch eine Einigung erzielt werden, bevor die Gräben so tief sind, dass die Beteiligten vor Gericht ziehen.
  • Doch auch das gibt es, wenn entweder der Gang zum Jugendamt übersprungen wird oder auch mit der dortigen Hilfe keine Lösung gefunden wurde. Das Jugendgericht stellt eine genaue Umgangsregelung auf, an die beide Elternteile sich künftig halten müssen. Oder aber der Entzug des Umgangs stellt sich als gerechtfertigt dar und dem Elternteil wird das Besuchsrecht bei unehelichen Kindern entzogen. Hierfür muss allerdings eine tatsächliche Gefährdung für das Kindeswohl vorliegen.