Rütteln ist ein häufig angewandtes Verdichtungsverfahren für Beton. Mit dem Einleiten mechanischer Schwingungen wird die innere Reibung des Mischgutes verringert und die Fließfähigkeit verbessert. Dadurch können Luftporen aus dem Frischbeton entweichen, die Bewehrung wird satt umhüllt und es entsteht eine geschlossene Oberfläche. Ziel ist eine optimale Verdichtung, damit der erhärtete Beton seine projektierten Eigenschaften wie Druckfestigkeit, Wasserundurchlässigkeit und Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen erhält.
Arten und Anwendungsbereiche
Betonrüttler werden nach ihrer Bauart und Einsatzweise unterschieden in Innenrüttler, Oberflächenrüttler, Schalungsrüttler, Rütteltische und Rüttelwalzen. Die Anwendung wird von verschiedenen Kriterien wie der Technolgie der Betonherstellung, Schalungsgröße und Abstand der Bewehrungsstäbe sowie Konsistenz des Frischbetons bestimmt. Rütteltische und -walzen kommen vorwiegend in der Fertigteilindustrie zum Einsatz, wo überwiegend steifer bis plastischer Beton verarbeitet wird. Oberflächenrüttler sind für die Herstellung flächiger Bauteile wie Betonstraßen und Fußböden geeignet, die ebenfalls aus steifen bis plastischen Beton hergestellt werden. Schalungsrüttler, an der Schalung angebrachte Außenrüttler, werden bei feingliedrigen, hohen Bauteilen mit engliegender Bewehrung eingesetzt, da eine Verdichtung mit Innenrüttler nicht mehr möglich und sinnvoll ist. Für eine optimale Verdichtung muss der Frischbeton eine plastische bis sehr weiche Konsistenz aufweisen. Auf Baustellen sind Innenrüttler, auch Rüttelflaschen genannt, die am häufigsten eingesetzten Betonrüttler und für steife bis fließfähige Konsistenz geeignet. Deren Vorteil liegt in der Flexibilität und sehr guten Schwingungsübertragung.
Wirkprinzip und Hinweise zum Einsatz
Die meisten Betonrüttler funktionieren nach dem Prinzip der rotierenden Unwucht. Die Intensität des Rüttelns wird von Frequenz und Amplitude der erzeugten Schwingung bestimmt und muss auf die Konsistenz und Zusammensetzung des Betons abgestimmt werden. Bei der Auswahl der Betonrüttler ist darauf zu achten, dass Bauart und Rüttelstärke den Beton gleichmäßig und ausreichend verdichten können und nicht zu Schäden an den Formen oder zu Veränderungen des Betons durch Entmischung führen. Rüttelflaschen werden mit einem Abstand von etwa dem Zehnfachen ihres Durchmessers in den Frischbeton eingetaucht. Der gesamte Vorgang sollte 20 bis 30 Sekunden dauern. Die Verdichtungswirkung wird maßgeblich von der Konsistenz und weniger von der Rütteldauer beeinflusst. Die Schichtdicke des Mischgutes kann bis 60 cm betragen. Betonrüttler sollten nicht zum Verteilen des Betons genutzt werden, da es zur Trennung von Zementleim und Körnung kommen kann. Bei Bauteilen unterschiedlicher Höhe wird am tiefsten Punkt mit dem Verdichten begonnen.