Betreuungsvollmacht - wann ist sie sinnvoll?

Der Wille des Patienten ist bei einer Betreuungsvollmacht immer verbindlich. Lesen Sie hier, welche Punkte Sie beim Verfassen einer solchen Vollmacht auf jeden Fall beachten sollten.


In einer Betreuungsvollmacht können Sie regeln, wer Sie gesetzlich vertreten soll, wenn Sie selbst nicht mehr entscheiden können. Ohne eine solche Verfügung wird das Vormundschaftsgericht einen – Ihnen vielleicht nicht genehmen – Angehörigen oder einen professionellen Betreuer ermächtigen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Vollmachtserteilung. Mit der Betreuungsvollmacht legt man zwar den Betreuer fest, umgeht damit aber nicht die Prozedur des Amtsgerichts zur Bestellung des Betreuers. Wer lediglich eine Patientenverfügung verfasst, bevollmächtigt auch nur zur Entscheidung medizinischer Behandlungen, andere Bereiche bleiben unberührt. Die Vollmacht sollte auf die persönlichen Wünsche des Einzelnen zugeschnitten sein.

Nicht pauschal formulieren
Zu vermeiden sind allgemeine Definitionen, wie zum Beispiel „So lange noch Aussicht auf ein erträgliches Leben besteht“ oder Ähnliches, da sich auf diese Weise immer Interpretationsmöglichkeiten auftun und die Ärzte die Verfügung dann nicht anerkennen können. Stattdessen sollte konkret beschrieben werden, in welcher Situation man welche Maßnahmen wünscht, etwa „Eine künstliche Ernährung lehne ich in der Sterbephase ab“. Eine Betreuungsvollmacht ist allerdings nur dann bindend, wenn sie sich auf die konkrete Behandlungssituation beziehen und keine Umstände erkennbar sind, dass der Patient die Verfügung nicht mehr gelten lässt. Man sollte deshalb mit den Angehörigen grundsätzlich nur über die eigenen Wertvorstellungen reden. Die beste Betreuungsvollmacht nutzt nur dann etwas, wenn diese im Notfall auch gefunden wird. Am sichersten ist es, ein Hinweiskärtchen auf den Aufbewahrungsort im Portemonnaie mitzuführen.

Keine halbherzigen Vollmachten
Wenn die Verfügung zu Hause bei den anderen Unterlagen liegt, sollten in jedem Fall auch einige Personen von der Existenz der Patientenverfügung wissen. Der Hausarzt, ein Notar, eine Vertrauensperson oder das Pflegeheim kommen hierfür in Frage. Eine notarielle Beurkundung ist nicht nötig, Notare helfen aber bei der Abfassung. Eine Betreuungsvollmacht besitzt kein Verfallsdatum: je aktueller es ist, umso eher werden sich Angehörige und Ärzte jedoch daran halten. Es ist sinnvoll, die Betreuungsvollmacht alle zwei Jahre entweder zu erneuern oder erneut durch Datum und Unterschrift zu bekräftigen.

Die Vorsorgevollmacht
In einer Vorsorgevollmacht ermächtigen Sie eine Person Ihres Vertrauens, allgemein oder beschränkt auf einzelne Angelegenheiten für Sie Entscheidungen zu treffen.
Die Vorsorgevollmacht ist daher die umfangreichste Betreuungsvollmacht. Nicht nur Wünsche und Aufgaben, auch Verbote sind legitime Eintragungen. Mit Bestand dieser Vorsorgevollmacht darf das Vormundschaftsgericht für übertragene Aufgaben keinen eigenen Betreuer mehr bestellen.