Einerseits stellt sich für jeden Inhaber eines Familienbetriebes irgendwann die Frage nach einem geeigneten Nachfolger. Andererseits gibt es viele, vor allem junge Menschen, die sich über den Aufbau einer eigenen Firma eine dauerhafte wirtschaftliche Existenz aufbauen möchten. Was liegt also näher als eine Betriebsübernahme, möchte man denken.
Gründliche Planung vermeidet Fehler
Aber ganz so einfach ist die Sache nicht. Nur durch exakte Vorbereitung werden gravierende Fehler vermieden, die das ganze Unterfangen zum Scheitern bringen könnten. Man ist also gut beraten, vor der geplanten Betriebsübernahme einige wichtige Dinge zu beachten. Der Übernehmende sollte realistisch einschätzen, ob er ausreichend einschlägige Berufserfahrung besitzt. Mangelnde Branchenkenntnisse haben schon so manchem Existenzgründer das sprichwörtliche Genick gebrochen. Von enormer Bedeutung ist es, die betriebliche Situation genauestens zu analysieren. Entscheidend sind dabei die Umsatzentwicklung und vor allem die Erträge. Sprudeln die Gewinne kontinuierlich? Wenn ja, ist dies auch für die Zukunft zu erwarten? Reicht der vorhandene Kundenstamm aus? Der Existenzgründer tut gut daran, vor eine Betriebsübernahme die vorhandenen Produktionsanlagen genauestens unter die Lupe zu nehmen. Entsprechen die Maschinen noch den Anforderungen, die an sie gestellt werden? Gibt es behördliche Auflagen zu erfüllen? Eventuell sind Dinge des Umweltschutzes zu bedenken. Hier sollte man ganz genau hinschauen, um vor bösen Überraschungen sicher zu sein. Selbstverständlich macht man sich über sämtliche Verbindlichkeiten des Unternehmens ein genaues Bild, um nicht später, beispielsweise durch das Auftauchen von bisher unbekannten Darlehen, aus allen Träumen gerissen zu werden. Auch noch nicht bezahlte Waren können negativ zu Buche schlagen genau wie ungeprüfte Miet- oder Leasingverträge. Beachtet werden sollte in diesem Zusammenhang, dass man auch für Steuerschulden des Vorgängers in bestimmtem Umfang haftet. Es gilt also, die eigenen finanziellen Möglichkeiten mit den Erfordernissen des Unternehmens abzugleichen bevor man die Betriebsübernahme angeht.
Standortfaktoren können entscheidend sein
Dass der Standort der Firma eine große Rolle spielt, dürfte jedem angehenden Existenzgründer klar sein. Die verkehrstechnische Anbindung ist unter Umständen von existentieller Bedeutung für das Wohl des Unternehmens. Nicht zuletzt sollten baurechtliche Faktoren geprüft werden. Das wichtigste Kapital des Unternehmens sind aber seine Mitarbeiter. Sind diese motiviert und gut ausgebildet? Dass der Kaufpreis angemessen sein muss, versteht sich zwar von selbst, soll aber doch erwähnt werden. Hat man alle Faktoren sorgfältig geprüft, muss man entscheiden, ob die geplante Betriebsübernahme allein zu stemmen ist oder ob man sich besser einen Partner ins Boot holt. Noch ein Tipp zum Abschluss, lassen Sie sich möglichst keine Zuschüsse oder Förderungen entgehen und setzen Sie sich deshalb zügig mit den zuständigen Stellen wie IHK, Handwerkskammer und Agentur für Arbeit in Verbindung Auch ein Gespräch mit der kommunalen Wirtschaftsförderung wirkt manchmal Wunder. Nutzen Sie beispielsweise kostenfreie Existenzgründerseminare.