Bewerbung mit 50 Plus

Bei einer Bewerbung mit 50 Plus hat man es wirklich nicht leicht, meist werden Jüngere bevorzugt. Trotzdem sollten ältere Bewerber nicht resignieren.


Der demografische Wandel sorgt dafür, dass unsere Gesellschaft sich immer weiter verändert. Die Menschen werden immer älter und sind selbst im hohen Alter noch mobil und geistig rege. Auch auf das Berufsleben wirken sich diese Veränderungen aus, denn ältere Arbeitnehmer stehen für Jobs noch sehr lange zur Verfügung und können dank ihrer großen Berufserfahrung eine wertvolle Unterstützung vieler Unternehmen sein. Leider verstehen es nicht alle „Golden Ager“, sich bei der Bewerbung mit 50 Plus so zu verkaufen, dass es mit einem neuen Job auch klappt.

Bewerbung mit 50 Plus: Positiv denken

  • Natürlich kann man mit 55 weniger leisten als mit Mitte 20. Die körperliche Belastbarkeit nimmt im Alter einfach ab. Dazu kommt, dass man weniger flexibel, mobil und dynamisch ist als die jüngere Generation. Viele geben jetzt auf und trauen sich nicht an einen beruflichen Neuanfang. Ganz nach dem Motto „Mich will doch eh keiner mehr“ werden die Bewerbungsunterlagen in die hinterste Ecke gepackt und keines Blickes mehr gewürdigt. Es ist nicht leicht, seine Einstellung dahingehend zu ändern, dass man optimistisch in die Zukunft blickt.
  • Aber gerade die eigene Haltung ist Voraussetzung für eine Karriere auch im Alter. Kein Arbeitnehmer wird unmotivierte und lustlose Mitarbeiter einstellen, die nur noch die letzten Jahre vor der Rente abreißen wollen. Erkennen Sie einen neuen Job als Chance, sich weiterzuentwickeln.

  • Gerade ältere Arbeitnehmer sind oft der Vergangenheit verhaftet. Nachdem man freiwillig oder gezwungenermaßen aus der alten Firma ausscheiden musste, herrscht Melancholie vor, das Herz kann die geliebte Stellung nicht loslassen. Was für junge Arbeitnehmer völlig normal ist – der Wechsel der Arbeitsstellen – ist für Ältere nicht so leicht zu bewältigen. Früher war es gang und gäbe, dass man 40 Jahre oder mehr in ein- und demselben Unternehmen blieb. Wenn es nach einer langen Betriebszugehörigkeit „Lichter aus“ heißt, muss das erstmal verarbeitet werden.

Sinnvolle Strategien für die Bewerbung

  • Ältere Arbeitnehmer haben ein großes Plus: ihre lange Berufserfahrung. Und die gilt es gut zu verkaufen. Stellen Sie dar, dass Einarbeitungszeit wegfällt und somit dem Unternehmen Kosten gespart werden. Auch Fehler sind bei Älteren seltener. Stellen Sie Ihre Vorteile heraus und die sind durchaus auch mit ihrem Alter erklärbar. Die Generation 50 Plus ist disziplinierter, gelassener und weniger stressanfällig als Jungspunde. Sie konzentrieren sich voll und ganz auf die Aufgabe und denken nicht mehr an die Karriere. Auch das gefestigte Umfeld und ein stabiles familiäres Netz sind Faktoren, die Sie positiv unterstreichen sollten. So kann die Bewerbung mit 50 Plus durchaus erfolgreich verlaufen.
  • Viele ältere Arbeitnehmer haben nicht erkannt, dass ihre Bewerbungsunterlagen veraltet sind und heute andere Standards gelten als noch vor 20 Jahren. Informieren Sie sich im Internet darüber, was heute wichtig ist, und passen Sie sich an. Im Gegensatz zu Menschen, die noch kaum Berufserfahrung haben, sollten Sie sich beim Lebenslauf an das amerikanische Modell halten. Beginnen Sie mit der aktuellsten Position und fügen Sie den einzelnen Jobs kurze Beschreibungen des Tätigkeitsfeldes zu. Dann ist es auch nicht schlimm, wenn der Lebenslauf mal drei Seiten umfasst.

Apropos Gehalt

  • Die Gehaltsfrage ist keine einfach zu beantwortende. Meist müssen sich ältere Arbeitgeber damit zufrieden geben, weniger als zuvor zu verdienen. Geht es hingegen um eine Führungsposition oder Verantwortung für finanzielle Angelegenheiten, kann das Gehalt auch wachsen. Betonen Sie auch in den Gehaltsverhandlungen noch einmal Ihre Stärken (Erfahrung, psychische Belastbarkeit, Kostenersparnis). Fragen Sie sich, was Sie dem neuen Arbeitgeber wirklich Wert sind und ob er von Ihren Erfahrungen profitieren kann.