War das schriftliche Bewerbungsverfahren erfolgreich, folgt im Anschluss daran das persönliche Bewerbungsgespräch. Bewerbungsgespräche dienen dem potentiellen Arbeitgeber dazu, sich ein individuelles Bild vom Bewerber zu machen. Erst in einem persönlichen Gespräch können Dinge besprochen werden, die aus einer schriftlichen Bewerbung nicht so eindeutig hervorgehen. Dazu zählt unter anderem auch die Motivation des Bewerbers, gerade für dieses Unternehmen arbeiten zu wollen.
Auf die richtigen Fragen bestens vorbereitet sein
Bewerbungsgespräche dienen dazu, dass der Bewerbungskandidat durch gezielte Fragen auf Herz und Nieren geprüft wird. Immerhin möchte die einstellende Firma eine Stelle möglichst langfristig besetzen. Da sollte der Bewerber absolut kompatibel mit der Firmenphilosophie sein. Am Anfang der meisten Bewerbungsgespräche stellt der Vertreter der Personalabteilung in der Regel gezielte Informationsfragen, um herauszufinden, ob der Bewerber qualifiziert und motiviert genug ist, um in dem Unternehmen zu arbeiten. Informationsfragen sind die klassischen „W-Fragen“: Wie, wo, was, warum, wann, wer … und so weiter. Erscheint ein Bewerbungskandidat sehr unsicher oder lässt er sich nicht so gut einschätzen, kommen nicht selten Suggestivfragen zum Einsatz. Hierbei wird die Frage so gestellt, dass bereits eine mögliche Antwort darin enthalten ist. Diese Fragen erkennt man an Einleitungen wie „Finden Sie nicht auch, dass…“, „Sind Sie nicht auch der Meinung, dass…“ oder „Meinen Sie nicht, dass…“. Mit Suggestivfragen möchte der einstellende Arbeitgeber den Bewerber etwas provozieren und zu einer Stellungnahme bewegen. Gegenfragen werden oftmals gestellt, um die Gesprächsführung zu behalten, falls der Bewerber eine Frage nach den Karrierechancen oder Gehaltsentwicklungen stellt. Sie sind recht tückisch. Nicht selten wird man als Bewerber vom Gesprächspartner selbst dazu aufgefordert, Fragen zu stellen: „Haben Sie Fragen, die ich Ihnen beantworten kann?“ Hier keine Fragen zu stellen kommt nicht gut an, weil es desinteressiert wirken könnte. So stellt man gelegentlich die scheinbar erwartete Frage nach dem Gehalt oder nach Karrierechancen und erntet dafür die Gegenfrage: „Welche Vorstellungen haben Sie denn…?“ oder „Wo sehen Sie sich denn selbst in fünf Jahren…?“ Auf Gegenfragen sollte man ebenfalls gewappnet sein, sonst gerät man ins Straucheln und büßt an Souveränität ein. Für bevorstehende Bewerbungsgespräche gilt hier der Tipp: Sich auf Fragetechniken vorbereiten und solche Fragen mit einem Partner öfters durchspielen und üben.
Weitere Vorbereitungstipps für Bewerbungsgespräche
Für Bewerbungsgespräche reicht es nicht aus, nur auf mögliche Fragen vorbereitet zu sein. Das Gesamtpaket des Bewerbers muss stimmen. Dazu gehört auch das äußere Erscheinungsbild. Overdressed ist ebenso wenig angeraten wie zu modisch-saloppe Kleidung, es sei denn, die Stellenausschreibung macht modisches Auftreten erforderlich. Am besten ist es, man kleidet sich dezent-modisch im Business-Look, also in gedeckten Farben, Herren mit Sakko und Krawatte, Damen mit Blazer und Bluse zu Rock oder Hose. Dass die Haare frisch gewaschen, das Make-Up dezent aufgetragen und die Kleidung ordentlich gebügelt und die Schuhe sauber geputzt sind, versteht sich von selbst. Personalchefs achten beim Äußeren auf jedes Detail, denn es lässt auf Sorgfalt und Zuverlässigkeit schließen. Ebenso wichtig ist die Stimme. Sie entscheidet über Souveränität. Klingt sie unsicher, weil sie zu leise ist? Klingt sie zu aggressiv, weil sie zu laut ist? Klingt sie gefestigt, was auf einen starken Charakter schließen lässt oder verhaspelt man sich beim Reden, stottert oder fügt viele „Äh-Laute“ ein? Die beste Vorbereitung für Bewerbungsgespräche ist das Training vor dem Spiegel oder mit der Videokamera. Hierbei kann man sich direkt selbst beobachten oder später nochmals kritisch ansehen. Dabei sollte man auf sein Bauchgefühl achten, ob man sich mit seinem eigenen beobachteten Verhalten wohlfühlt. Nur so kann man später authentisch und souverän auftreten. Mit der entsprechenden Vorbereitung wird jeder Kandidat Bewerbungsgespräche optimal meistern.