Bewerbungskostenerstattung: So können Sie sparen

Wenn es nicht bei einer einzigen Bewerbung bleibt, sondern sich unzählige abgeschickte Mappen summieren, macht sich die Suche nach einer Arbeit finanziell stark bemerkbar. Dann ist eine Bewerbungskostenerstattung sinnvoll.


Sicherlich fand sich jeder schon einmal in der Situation wieder. Man sucht eine Arbeit oder Lehrstelle und steht erstmal vor der Hürde der Bewerbung. Wenn man diese erst einmal überwunden und eine „vollständige Bewerbung“ an die Wunschunternehmen verschickt hat, kommt schließlich das große Aufwachen, was die Bewerbungskosten angeht. Wenn man auch noch das Pech hat, längere Zeit keine Arbeit zu finden, dafür aber Massen an Bewerbungen losgeschickt hat, könnte man sich nicht nur wegen der vielen Absagen schwarz ärgern, sondern auch über die Menge verschleuderten Geldes. Wer sich jedoch ein wenig informiert, kann eventuell eine Bewerbungskostenerstattung vornehmen lassen.

Bewerbungskostenerstattung von der Agentur für Arbeit

  • Grundsätzlich ist jeder Mensch dazu verpflichtet, die Bewerbungskosten selbständig aufzubringen. Dazu gehören folgende Dinge: das Bewerbungsfoto, die Bewerbungsmappe, die Kosten für Kopien und Beglaubigungen von Unterlagen, Porto, polizeiliches Führungszeugnis, Fahrtkosten durch das Vorstellungsgespräch, Gebühren für vorbereitende Kurse und vieles mehr.
  • Man kann diese Ausgaben jedoch von der Steuer absetzen, weshalb die Einkaufsbelege aufgehoben werden sollten.
    Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich die Kosten von der Agentur für Arbeit erstatten zu lassen. Um dazu berechtigt zu sein, muss man entweder arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet sein. Bewerbungskosten von Schülern werden ebenfalls erstattet. Zusätzlich muss dafür ein Antrag auf Bewerbungskostenerstattung gestellt werden.
  • Um die Kosten zu ermitteln, muss man eine Liste der Unternehmen einreichen, bei denen man sich beworben hat (mit Anschriften). Hinzu kommt, dass man genaue Belege, wie Kassenbons, vorlegen sollte, damit der genaue Betrag errechnet werden kann. Ab dem Zeitpunkt der Antragstellung kann man einen pauschalisierten Betrag von fünf Euro pro Bewerbung erhalten, sofern man keine Belege über die genauen Kosten hat. Für das ganze Jahr gerechnet werden allerdings nur 260 Euro erstattet. Man kann auch die Portokosten komplett sparen, wenn man die Bewerbungsunterlagen zum Versand der Agentur für Arbeit übergibt.

Erstattung der Fahrtkosten

  • Hat man mit seiner Bewerbung soweit überzeugt, dass man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, steht meistens ein gewisser Anfahrtsweg auf dem Programm. Ob mit Zug, Bahn oder Auto – ab einer gewissen Entfernung ist es einfach nicht mehr billig, gerade wenn man mehrere Vorstellungsgespräche hat und sich die Kosten, wie bei den Bewerbungsmappen, einfach summieren.
  • Die Agentur für Arbeit erstattet auch diese Kosten, wenn, wie oben erwähnt, die Voraussetzungen - arbeitsuchend oder arbeitslos - erfüllt sind und ein Antrag eingereicht wurde. Für Fahrten mit dem Pkw werden pauschal 0,22 Euro pro Kilometer erstattet. Für Bus oder Bahn werden in der Regel Gutscheine ausgestellt. Zusätzlich muss der Arbeitgeber schriftlich bestätigen, dass dieses Vorstellungsgespräch stattgefunden hat und die Kosten nicht von ihm erstattet wurden.
  • Für alle ohne Anspruch auf Unterstützung durch die Arbeitsagentur gilt, dass der Arbeitgeber die Fahrtkosten erstatten muss, auch ohne vorherige Vereinbarung. Lediglich, wenn in der Stellenanzeige oder anderswo schriftlich festgehalten wurde, dass keine Kosten übernommen werden, ist dieser dazu nicht verpflichtet.