Beziehung: Streit gehört auch dazu

Beziehung: Streit scheint durchaus zu einer Beziehung dazuzugehören. Um sich richtig zu streiten, sollte man auf Formulierungen und "passende Gelegenheiten" achten, um einen Streit nicht zu einem verletzenden Schlagabtausch verkommen zu lassen.


Am Anfang einer Beziehung kommen Paare meistens ganz ohne Streitigkeiten aus. Mit der rosaroten Brille auf der Nase, führen wir uns unbewusst toleranter auf als wir sind. Doch wenn eine gewisse Zeit verstrichen ist, der Alltag uns wieder hat, kommen die alltäglichen kleineren Probleme hervor und können auch schnell einmal in einen mittelschweren Beziehungsstreit ausarten.

Psychische Belastung

  • Regelmäßiger Stress und Streit in einer Beziehung ist extrem belastend, da er uns in der empfindlichsten Zone trifft: nämlich im privaten Bereich, der eigentlich eine Art sicheren Hafen gegen die Arbeit und Umwelt darstellen soll.
  • Partnerschaftsprobleme wie Streit in der Beziehung können sich empfindlich auf die Gesundheit niederschlagen. Wie Umfragen ergaben, leiden Menschen mit vielen (unsachlichen) Streitigkeiten in der Partnerschaft öfter unter erhöhtem Blutdruck als Menschen ohne dieses Problem.
  • Diskussionen und Unstimmigkeiten werden und sollten nie ganz aus einer Beziehung verschwinden. Es können allerdings nicht alle Beziehungsprobleme durch „richtiges“ vernünftiges Streiten gelöst werden. Daher gilt es, an der richtigen Kommunikation miteinander zu arbeiten und das erfordert viel Selbstdisziplin!

Die richtige Sprache

  • Die Art, wie man miteinander spricht, welche Formulierungen und Wendungen man verwendet, trägt viel dazu bei, wie das Gesagte beim Partner ankommt. Ein sehr typischer Fehler bei einem Streit ist die Versteifung auf Vorwürfe, die mit einem "du" beginnen und mit einem Hang zu Verallgemeinerungen wie „immer musst du...“ einhergehen.
  • Stattdessen ist es besser, in der Ich-Form zu sprechen und zu erklären, wie man sich fühlt und weshalb es der Fall. Dabei darf man nicht in allgemeine Formulierungen abrutschen, sondern sollte immer entweder in der aktuellen Situation bleiben oder von ganz konkreten Begebenheiten sprechen. Es ist verständlicherweise nicht leicht, ruhig zu bleiben, doch nur ein sachlicher Ton kann eine Diskussion produktiv werden lassen.

Die richtigen Rahmenbedingungen für einen Beziehungsstreit

  • Natürlich plant man keinen Streit im Voraus und sieht zu, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Doch sind diese sehr wichtig. Wenn dise nicht gegeben sind, ist es besser, die Diskussion auf später zu verschieben. Man sollte beispielsweise keine anstrengenden Diskussionen beginnen, wenn der Partner gerade offensichtlich im Stress ist und keine Zeit hat. Es sollte nicht unter Zeitdruck und zwischen Tür und Angel, sondern in aller Ruhe in einer möglichst angenehmen Umgebung stattfinden.
  • Eigentlich ist es selbstverständlich und muss dennoch immer wieder betont werden: Man sollte den anderen unbedingt ausreden lassen. Nichts ist während einer Diskussion ärgerlicher, als unterbrochen zu werden.
  • Wütende Gesprächsabbrüche, einander Anschreien, verallgemeinernde Vorwürfe oder Altes aus der Vergangenheit herauszukramen sind in einem guten Streit tabu. Wenn solche Situationen die Regel sind, sollen Sie drüber nachdenken, professionelle Hilfe anzunehmen.