Biosprit: Die grüne Zukunft oder ein Irrweg?

Alternative Treibstoffe sollen die fossilen ersetzen und die Umwelt schonen. Doch wird der Nutzen von Biosprit stark angezweifelt.


Seit Jahren steigen die Spritpreise kontinuierlich an und machen Autofahrern das Leben schwer. Hinzu kommt nun verstärkt das Bestreben, Autofahren umweltfreundlicher zu gestalten und die Emissionen soweit es geht zu verringern. Einen Ausweg bietet der sogenannte Biosprit, der auf nachwachsende Rohstoffe setzt. Dieser soll den Geldbeutel der Autofahrer schonen und die Umwelt stark entlasten. Auch die EU steht hinter den Alternativen und möchte bis zum Jahr 2010 den Marktanteil von Biotreibstoffen auf 5, 75 Prozent steigern. Ein Anreiz ist die Befreiung der Bio-Treibstoffe von der Mineralölsteuer, was sich wiederum im günstigen Spritpreis niederschlägt.

Raps für den Motor wegen Klimawandel?
Sogenannter Biodiesel aus Raps ist schon seit einigen Jahren einer der Vorreiter in Sachen alternativer Treibstoff. Dabei ist die Idee einen Motor mit pflanzlichem Öl anzutreiben, denkbar alt. Schon vor rund 100 Jahren trieb Rudolf Diesel die ersten Motoren mit Salatöl an. Heute wird ein Treibstoff aus Raps hergestellt, mit dem man bei Diesel-Fahrzeugen etwa 15 Cent pro Liter sparen kann. Geeignet ist Biodiesel für fast alle Dieselmotoren, bis auf wenige Ausnahmen. Manche Automobilhersteller haben nämlich bis heute ihre Modelle nicht für den Gebrauch dieser Spritalternative gerüstet. Wer nun Biodiesel tanken möchte, sollte sich auf jeden Fall vergewissern, dass sein Dieselfahrzeug ausdrücklich dazu geeignet ist. Denn, bei dem so grün-klingende Bio-Sprit handelt es sich um einen aggressiven Treibstoff, der ansonsten Schäden an Dichtungen und Einspritzpumpe anrichten kann.

Biomasse in den Tank
Eine andere Art, alternative Treibstoffe herzustellen, ist der Einsatz von Biomasse. Für die Herstellung von Treibstoff, dem sogenannten „Sunfuel“, werden Holzspäne verwendet. Doch im Prinzip kann man aus jeder Art Biomasse Sprit herstellen, sogar aus Müll. Bisher gibt es in Deutschland nur eine Pilotanlage, die diesen klaren Treibstoff produziert. Das gute daran ist, dass sogar alte Dieselfahrzeuge keinerlei Probleme mit diesem Sprit haben. Jedoch bleibt es in Deutschland zunächst ein Testprojekt und wird auch nicht in absehbarer Zeit in größeren Mengen produziert. Ein anderer Sprit-Ersatz ist Bioethanol. Dieser wird aus zucker- und stärkehaltigen Pflanzen produziert, in Deutschland aus Zuckerrüben, und ist durch die höheren Herstellungskosten nicht so günstig, wie die übrigen Alternativen.

Kritik am Biosprit
Eine Menge Fachleute kritisieren den Einsatz der unterschiedlichen Spritalternativen aus den unterschiedlichsten Gründen. So wird beispielsweise am Sprit aus Biomasse bemängelt, dass dieser tolle Energieträger als Sprit mehr oder weniger eine Verschwendung von Energie- und Ackerland ist, da Motoren nur 30 Prozent des Energiepotenzials umsetzen können. In Kleinkraftwerken kann man die Energie wesentlich effektiver zur Stromerzeugung nutzen. Auch der Anbau von Raps als Grundlage für Biodiesel wird verstärkt dafür verantwortlich gemacht, dass Nahrungsmittelpreise in den produzierenden Ländern steigen und für Nahrungsmittel benötigtes Ackerland besetzen. Insgesamt scheint sich der Biosprit eher als Übergangslösung anzubieten, hat aber keine wirkliche Zukunft.