Blocksatz vs. Flattersatz: Vorzüge und Nachteile

Welche Vorteile hat der Blocksatz gegenüber dem Flattersatz und wie, wo und wann setzt man die beiden gegensätzlichen Formatierungen richtig ein?


Jeder Leser freut sich über einen gut gesetzten Text. Einen solchen Text macht nicht nur Lesbarkeit aus, sondern auch Leserlichkeit. Das ist die Charaktereigenschaft eines Textes, der gut strukturiert ist und eine angemessene Schrift hat. Kurz: Er muss zum Lesen verführen.
Gut, wenn man die Unterschiede zwischen dem Blocksatz und dem Flattersatz kennt. Verlage beschäftigen Typografie-Profis, die im Zweifelsfall jedes einzelne Zeichen solange hin- und herschieben, bis ein harmonisches Gesamtbild einer Buchseite herauskommt. Aber auch ohne Grafiker-Ausbildung und Profi-Software lassen sich gute Ergebnisse erzielen, mit denen man bei Hausarbeiten und Berichten für den Job punkten kann. Dazu gehört auch, wie man mit Blocksatz beziehungsweise Flattersatz umgeht.

Flattersatz
Flattersatz ist ein asymmetrischer Satz, bei dem der Zeilenrand unregelmäßig ist. Am gebräuchlichsten ist der linksbündige Flattersatz. Hier stehen die Zeilenanfänge bündig, während ihre Enden "flattern". Er entspricht am ehesten unseren Lesegewohnheiten. Von einem idealen Flattersatz spricht man, wenn die Zeilenlängen in dem Rhythmus KURZ-LANG-KURZ-LANG gesetzt sind. Muss man einzelne Worte am Zeilenende trennen, spricht man auch von einem Rausatz. Da wir Deutschen zu zusammengesetzten Wörtern neigen, kommt diese Satzart öfter vor.
Es gibt auch den rechtsbündigen, den man allerdings nur zur Auszeichnung verwenden sollte und nicht für viel Fließtext.
Tipp: Grafiker raten nicht mehr als 55 Anschläge (das sind Zeichen inklusive Satz- und Leerzeichen) pro Zeile zu nutzen. Werden es wesentlich mehr, sollten seinen Text zweispaltig aufbauen.

Blocksatz
Wie der Name schon sagt, erscheint der Text als ein Block, bei dem alle Zeilen gleich breit sind. Das wird dadurch erreicht, dass die Wortzwischenräume verändert werden und so die Worte an den Rand getrieben werden. Von erzwungen Blocksatz spricht man, wenn die letzte Zeile nicht links- oder rechtsbündig ist, sondern auch auf die volle Breite ausgetrieben wird.
Die Gefahr hierbei ist, dass es zu unschönen optischen Löchern im Text kommt. Bei der amerikanischen Variante werden nicht mit Wortzwischenräume, sonder die Abstände der Zeichen zueinander verändert. Einzelne Worte werden so gestaucht oder gesperrt (also auseinander gezogen) Davon sollte man grundsätzlich die Finger lassen.
Tipp: Hier nicht weniger als 40 Anschläge (das sind Zeichen inklusive Satz- und Leerzeichen) pro Zeile zu nutzen. Sonst werden die Löcher im Text immer größer.

Empfehlungen zum jeweiligen Einsatz
Der Flattersatz gibt in der Regel ein harmonisches Bild ab, da er bemüht ist Wort- und Zeichenabstände nicht zu verändern. Durch die immer gleichen Wortabstände ist er gut lesbar. Bei längeren Zeilen allerdings erschwert er den Zeilensprung, den das Auge leisten muss. Er eignet sich für alle gewöhnlichen Fließtexte. Aber achten Sie darauf, dass die Zeilen nicht zu kurz werden, sonst fällt das Flattern zu heftig aus.
Der Blocksatz eignet sich vor allem, wenn wenig Platz und/oder mehrere Spalten mit Texte gefüllt werden müssen (zum Beispiel in Zeitungen). Aber Vorsicht mit den oben genannten optischen Löchern. Bekommen Sie die nicht "in den Griff", wählen Sie lieber den Flattersatz.