Blutdrucksenker - Schutz vor Alzheimer

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man mit Hilfe von Blutdrucksenkern die Demenzkrankheit Alzheimer verhindern kann.


Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Demenz-Krankheit. Charakteristisch für eine Demenz ist die Abnahme von Gedächtnis und Denkvermögen. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit steigendem Lebensalter zu, bei den über 90-Jährigen ist mindestens jeder Dritte betroffen, vorwiegend Frauen. Jetzt haben Wissenschaftler erkannt, dass die Personen, die ihren Bluthochdruck mit Medikamenten senken, mit geringerer Wahrscheinlichkeit an Alzheimer erkrankt.

Ursachen für Alzheimer-Erkrankungen
Die Entstehungsprozesse und Ursachen einer Alzheimer-Demenz sind nicht vollständig geklärt. Typisch sind bestimmte Proteinablagerungen im Gehirn. Von einigen Faktoren weiß man heute, dass sie die Entstehung der Alzheimer-Krankheit fördern. Die Erkrankung verläuft meist kontinuierlich schleichend, bis zur völligen Pflegebedürftigkeit. Andere, eventuell heilbare Formen der Demenz müssen für die Diagnose "Morbus Alzheimer" ausgeschlossen werden. Die Alzheimer-Krankheit kann zurzeit nicht geheilt werden, aber durch gute Betreuung und Medikamente lässt sich ihr Verlauf verzögern.

 

Studie zur Wirksamkeit des Medikaments

Abhängig vom Wirkstoff, können Blutdrucksenker das Demenzrisiko im Alter um bis zu 70 Prozent senken. Das fanden US-Wissenschaftler in einer Studie mit mehr als 5000 Männern und Frauen über 65 Jahren heraus. 355 der Probanden, die an der John Hopkins University in Baltimore untersucht wurden, litten bereits zu Beginn der Untersuchung an einer Demenz, 627 Teilnehmer verstarben während des Untersuchungszeitraums. 803 stiegen aus unterschiedlichen Gründen aus der Studie aus.  

 

Von den verbliebenen 3227 Patienten erkrankten 185 im Verlauf der Studie an einem Demenzleiden, 104 von ihnen diagnostizierten die Forscher Alzheimer. Gut die Hälfte der untersuchten Senioren nahm blutdrucksenkende Medikamente ein. Ihr Risiko, an einer Demenz zu erkranken, lag im Schnitt um 36 Prozent niedriger als das der übrigen Teilnehmer.

Ergebnisse
Als besonders wirksame Demenzbremsen erweisen sich dabei die Wirkstoffe aus der Klasse der Kalium-sparenden Diuretika: Teilnehmer, die diese Arzneien schluckten, hatten sogar ein um 74 Prozent niedrigeres Alzheimerrisiko. Besonders überraschend war, dass die Forscher keinen klaren Zusammenhang zwischen dem tatsächlichen Blutdruck und der Alzheimerhäufigkeit feststellen konnten.

 

Es ist also nicht der stabilisierte Blutdruck allein, der das Hirn vor dem Verfall schützt. Auf welchem Wege Hypertoniemedikamente das Demenzrisiko beeinflussen, bleibt vorerst noch ein Rätsel.