Bluterguss (Hämatom) - Nicht immer harmlos

Ein Bluterguss, medizinisch Hämatom genannt, entsteht bei einem Zusammenstoß auf einem stumpfen Gegenstand. Dabei wird die Haut nicht verletzt, die unteren Gewebsschichten hingegen werden gequetscht, wodurch die blaue Färbung entsteht


Ob im Sport, im Job oder im Alltag, einen blauen Fleck handelt man sich schnell ein. Medizinisch gesehen handelt es sich um ein Hämatom, einen Bluterguss. Beim Zusammenprall mit einem stumpfen Gegenstand wie zum Beispiel einem Ellenbogen bleibt die Haut zwar unverletzt,  tiefere Gewebeschichten werden aber gequetscht oder geprellt. Die Folge ist dann ein Hämatom, bei dem Gefäße zerrissen sind und das Blut in das umliegende Gewebe strömt.

 

Erste Hilfe

Je stärker die innerlichen Blutungen, desto stärker sind die Schmerzen und desto dicker erfolgt die Schwellung bei einem Hämatom. Als erste Maßnahme bei einem Hämatom bewährt es sich, die verletzte Stelle hochzulagern und ruhig zu halten. Auch hilft es, die betroffene Stelle etwa 15 Minuten lang mit einem kalten, feuchten Waschlappen zu kühlen. Bei Verdacht auf Brüche, bei Gelenkverletzungen, grossen Blutergüssen, die sich schnell ausbreiten, oder offenen Wunden, die versorgt werden müssen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 

Hilfe aus der Apotheke

Gegen einen erlittenen Bluterguss kann man auch noch nach mehreren Tagen mit rezeptfreien Salben oder Gelen beziehnungsweise durchblutungsfördernden Arzneien vorgehen. Diese sind frühestens nach 24 Stunden nach dem Unfall anzuwenden und nur bei unverletzter Haut.

 

Manchmal kann nur der Arzt helfen

Normalerweise ist ein Hämatom nach 14 Tagen verschwunden, dennoch sollte man es im Auge behalten. Mit sogenannten organisierten Hämatomen ist nicht zu spaßen. Vor allem am Schienbein können sich Hämatome abkapseln. Von Medizinern wird in solchen Fällen ein kleiner chirurgischer Eingriff vorgeschlagen. Weitere Gründe zum Arzt zu gehen sind Infektionen, wandernde Hämatome, die etwa vom Gesäß in den Oberschenkel rutschen, Blutungen unter genähten Wunden, tief liegende Blutergüsse, die auf Nerven oder Gefäße drücken und Gewebe absterben lassen. Warnsymptome sind zunehmender Schmerz oder Druck, Kribbeln, Taubheitsgefühle. Patienten, die blutverdünnende Mittel einnehmen, müssen bei einem Hämatom immer zum Arzt.