Blutzucker messen - Selbstkontrolle lernen

Der einfachste Weg mit dem Diabetes zu leben ist, sich selbst zu kontrollieren und den eigenen Körper im Auge zu behalten. Dafür gibt es spezielle Schulungen und Programme. Blutzucker messen kann nicht jeder und sollte auch gelernt werden


Ganz wichtig bei der erfolgreichen Behandlung von Diabetes ist die Einstellung des Blutzuckers. In erster Linie ist die Diabeteseinstellung vor allem über die Selbstkontrolle und den Blutzuckermessungen des behandelnden Arztes gekennzeichnet. Durch eine gute Diabeteseinstellung lässt sich das Risiko von Folgeerkrankungen deutlich mindern. Damit ist ein Blutzuckerwert im normalen Zuckerbereich gemeint.

 

So sollte der Spiegel am Tag zwischen 80 und 140 Milligramm pro Deziliter liegen, für den Hämoglobinanteil im Blut (HbA1c) werden Werte unterhalb von sieben (besser unter 6,5) Prozent angestrebt. Auch der Blutdruck muss täglich kontrolliert werden und möglicherweise auch gesenkt werden. Ein optimaler Blutdruck beträgt 120 zu 80 mm Hg. Eine erfolgreiche Behandlung basiert auf einer großen Mitwirkung des Patienten, daher sollte der Betroffene die Selbstkontrolle lernen, dies wird beispielsweise in Schulungen für Diabetiker erlernt. Das bedeutet, eine Behandlung kann nur dann wirklich erfolgreich sein, wenn der Patient durch gute Schulung und Betreuung die Therapie selbst durchführen kann. Ein Tagebuch zu führen, in denen alle Messwerte und Ereignisse, die mit der Krankheit in Zusammenhang gebracht werden können, ist äußerst ratsam und hilfreich bei der Selbstkontrolle.

Blutzucker messen - wie gehts?
Wichtig bei der Behandlung von Diabetes ist ein gut und richtig kontrollierter Blutzuckerspiegel. Dazu gibt es spezielle Geräte, die immer moderner und einfacher zu handhaben sind. Um den kleinen Einstich an der Fingerbeere kommt man jedoch nicht herum. Vor der Messung müssen zunächst die Hände sauber und trocken sein. Schmutz und Schweiß auf der Hautoberfläche können die Ergebnisse des Blutzuckers beeinflussen. Ein Waschen der Hände mit warmem Wasser reinigt die Hände nicht nur, sondern fördert auch die Durchblutung der Finger. Desinfiziert werden muss die Einstichstelle jedoch nicht, denn auch Seifen und Alkohol können das Messergebnis verfälschen. Die Einstichstelle sollte immer wieder gewechselt werden. Die Bildung von Hornhaut an den Fingerkuppen lässt sich durch gute Handpflege vermeiden. Nachdem nun in die Haut gepikst wurde, wird der Bluttropfen über einen Teststreifen ausgestrichen, der Blutstropfen sollte aber nicht herausgequetscht werden. Es empfiehlt sich den Arm auszuschütteln, wenn das Blut nicht fließt und zur Messung reicht. Die Messresultate können durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten (zum Beispiel Schmerztabletten) beeinflusst werden. Auch die Umgebungstemperatur hat Einfluss auf das Messergebnis, sie sollte bei den Messungen so gut wie möglich konstant gehalten werden. Wichtig ist, dass die Messgenauigkeit des Blutzuckermessgerätes immer wieder geprüft werden muss. Dies ist beim Arzt möglich, der eine Parallelmessung durchführt und mithilfe dieser Werte die Messgenauigkeit feststellt. Ganz bedeutend ist auch, dass Sie in einigen Situationen zusätzlich den Blutzucker messen, so nämlich, wenn eine Erkrankung besteht, vor einer längeren Autofahrt, vor dem Sport und wenn ein generell ungeklärtes Unwohlsein besteht. Es ist ratsam alle zwei bis drei Wochen ein 24 Stundenprofil des Blutzuckers zu erstellen. So wird hier vor und eineinhalb Stunden nach jeder Mahlzeit sowie vor dem zu Bett gehen und gegen drei Uhr nachts der Blutzucker gemessen und notiert. An den Werten lässt sich erkennen, wie gut die Therapiemaßnahmen anschlagen.

Schulungen für Diabetiker
Eine Schulung für Diabetiker ist für die erkrankten Patienten die bestmögliche Variante mit der Krankheit zurechtzukommen. Hier wird die Selbstbehandlung erlernt, die wiederum zu einer erfolgreichen Therapie von Diabetes führt. Denn häufig wird die Krankheit von den Betroffenen nicht so recht ernst genommen oder die Patienten schämen sich. In der Schulung lernen sie alles was sie über das Leben mit Diabetes wissen müssen, beispielsweise wie Messungen von Blutzucker und Blutdruck durchgeführt werden. Diese Schulungen werden entweder ambulant, stationär oder in Nachtkliniken durchgeführt. Wichtig ist hier, dass die eigenen Lebensgewohnheiten mit der Behandlung im Einklang stehen. Es wird davon ausgegangen, dass eine Diabetesschulung das Grundgerüst für ein gut funktionierendes kompetentes Arzt-Patienten-Verhältnis darstellt. Der Arzt wird letztendlich bestens therapieren können, wenn der Patient selbstverantwortlich handelt und seine Lebensgewohnheiten offen darlegt. So lässt sich eine mögliche Fehltherapie vermeiden.